Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Wenn wir heute Brot benötigen, greifen wir in die Gefriertruhe oder gehen in den nächstgelegenen Supermarkt oder zum Bäcker. Das dauert selten länger als 30 Minuten – es sei denn, man verliert sich in der Auswahl der über 3.000 Brotsorten, die es in Deutschland gibt.
Das war vor mindestens 400 Jahren im Sauerland noch ganz anders, wie das Hallenberger Backhaus zeigt:
Das Hallenberger Backhaus (Burgstraße 4, 59969 Hallenberg) wurde um 1664 erbaut und ist das letzte von einst vier Quartalsbackhäusern, in denen die vier Stadtteile getrennt voneinander ihr Brot backten. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und wurde 2025 vom Förderverein Hallenberg umfassend saniert. Der historische gemauerte Ofen ist weiterhin in Betrieb: Jeden Samstag wird dort traditionelles Steinofenbrot gebacken.
Laut dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist dieses Backhaus das einzige in ganz NRW, das noch immer regelmäßig genutzt wird – ein lebendiges Museumsstück und ein bedeutendes Denkmal westfälischer Alltagskultur.
Das Backhaus war jedoch nicht nur ein Ort zum Brotbacken. Es war – neben der Kirche – einer der wichtigsten sozialen Treffpunkte des Dorfes. Hier wurden Neuigkeiten ausgetauscht, Absprachen getroffen und Gemeinschaft gepflegt.
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