Die Funktion von Backhäusern im Sauerland

Für eine Landarbeiterfamilie im späten Mittelalter und bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war die tägliche Brotversorgung ein arbeitsintensiver Prozess. Nichts daran war selbstverständlich.

Im Hallenberger Backhaus
Foto: Arnoldius, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Zunächst musste das Getreide – im Sauerland überwiegend Roggen – gemahlen werden. Das Mahlen mit der Handmühle (Drehmühle) dauerte mehrere Stunden, um den Tagesbedarf zu decken. Die Herstellung des Sauerteigs erforderte über mehrere Tage hinweg kräftiges, tägliches Kneten. Auch ein ausreichender Wasservorrat musste bereitstehen.

War ein Backofen in der Nähe des Hauses vorhanden, musste Brennholz herangeschafft und der Ofen vorgeheizt werden. Erst nach diesen körperlich anstrengenden Vorarbeiten – zusätzlich zur Feldarbeit, Kinderbetreuung und Tierhaltung – konnte der eigentliche Backvorgang beginnen, der etwa eine Stunde dauerte. Gebacken wurde meist nur zwei- bis viermal im Monat, und das Brot wurde entsprechend bevorratet.

Aufgrund der hohen Brandgefahr und aus wirtschaftlichen Gründen entstanden im späten Mittelalter gemeinschaftliche Backhäuser (Backes, Brotöfen), die sich im 18. und 19. Jahrhundert fest etablierten.

Kochen und Backen waren traditionell Frauensache. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich im Sauerland das Bäckerhandwerk flächendeckend durch – nun waren die Männer am Zug. Die Frauen dürften diese Entlastung durchaus begrüßt haben.

Quelle:
https://www.foerderverein-hallenberg.de

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