Johann, den alle nur „Lohhännes“ nannten, war ein fleißiger und geschäftstüchtiger Mann. Zunächst arbeitete er in der Lohmühle, später half er beim Bahnbau. Gleichzeitig erkannte er die Chancen, die der neue Verkehrsknoten bot. Er eröffnete eine kleine Gastwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeiten, von der Bauarbeiter, Eisenbahner und Reisende gleichermaßen profitierten. Sein wichtigster Broterwerb blieb jedoch die Tätigkeit als Chausseewärter.
Kehren wir noch einmal zu Josephine zurück. Das Fernweh muss sie offenbar schon als kleines Mädchen gepackt haben. Später wanderte sie mit ihrem Ehemann Albert nach Pennsylvania in die USA aus. Doch schließlich zog es beide wieder zurück nach Brilon. Ihr Bruder Friedrich Wilhelm wurde Arzt und ließ sich im Märkischen Kreis nieder.
Personalien
Josephine Caroline Weber, geb. Gruß, geb. 1862 in Brilon, Heirat 1888 in Pennsylvania, gest. 1920 in Brilon
Dr. med. Friedrich Wilhelm Gruß, geb. 1858 in Brilon, gestorben 1904 in Oeventrop
Einer der wichtigsten Bahnhöfe im Sauerland
In den 1920er-Jahren und erneut zwischen 1935 und 1965 war Brilon-Wald einer der verkehrsreichsten Bahnhöfe der Region. 1939 sollen bis zu 250 Züge täglich den Bahnhof passiert haben. Zeitweise trafen sich dort sogar D-Züge der Verbindung Frankfurt am Main – Bremen.

