Johann, der „Lohhännes“ und Chausseewärter
Einer der ersten dauerhaften Bewohner war Johann Gruß, den die Menschen nur „Lohhännes“ nannten. Bereits 1847 zog er mit seiner Ehefrau Elisabeth Winter aus Eversberg in das Wohnhaus der neu errichteten Lohmühle des Briloner Gerbereibesitzers Schlüter. Johann war für die Überwachung der Mühle zuständig.
Als wenige Jahrzehnte später die Bahn gebaut wurde, errichtete Johann Gruß für seine Familie ein eigenes Haus an der heutigen Korbacher Straße (Nr. 17).
Die übrigen Häuser in der Korbacher Straße („Bahnhäuser“) dienten zunächst als Unterkünfte für Bahnarbeiter und ihre Pferde. Sie bauten Gleise, Brücken und den Bahnhof. Nach der Eröffnung folgten Bahnbeamte, Lokführer, Weichensteller und ihre Familien. Aus einer Baustelle entstand innerhalb weniger Jahre eine neue Ortschaft.
Johann Gruß arbeitete später als Chausseewärter. Er sorgte er dafür, dass die Fernstraße in gutem Zustand blieb. Johann besserte Schlaglöcher aus, beseitigte Hindernisse und hielt die wichtige Verkehrsverbindung instand – gewissermaßen der Straßenmeister seiner Zeit.
Was war eine Lohmühle?
Eine Lohmühle zerkleinerte getrocknete Eichenrinde zu sogenannter Lohe. Diese enthielt Gerbstoffe und wurde in Gerbereien zur Herstellung von Leder benötigt. Die Lohmühle bei Brilon-Wald entstand bereits 1845 und war das erste dauerhafte Gebäude am späteren Ort. Damit begann die Geschichte Brilon-Walds schon mehr als zwanzig Jahre vor dem Bau der Eisenbahn.

