Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Den Westfalen, besonders den Sauerländern, wird eine ausgeprägte Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit nachgesagt – selbst die hohe Regenwahrscheinlichkeit kann daran nichts ändern. Gleichwohl träumten auch die Menschen dieser Region gelegentlich von einem Leben in wärmeren Gegenden. Im 18. und 19. Jahrhundert war Auswanderung jedoch kein romantischer Traum, sondern eine existenzielle Notwendigkeit: Armut, Missernten und Überbevölkerung zwangen viele Sauerländer, ihre Heimat zu verlassen, um das Überleben ihrer Familien zu sichern.

Frühe Auswanderung ins Banat
Im 18. Jahrhundert bot sich die Besiedlung des Banats (heute Südostrumänien) unter der Regierung und Förderung von Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen,  als Möglichkeit an. Sie versprach fruchtbares Land, Steuererleichterungen und Religionsfreiheit. 1766 verließen über 600 Menschen aus dem kurkölnischen Sauerland ihre Heimat, trotz der Abwehrversuche der Landesherren. Diese Bewegung war Teil der sogenannten „Donauschwaben‑Kolonisation“, die zwischen 1720 und 1787 mehrere Zehntausend deutsche Siedler nach Südosteuropa führte.

Massenhafte Auswanderung im 19. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert kam es zu einem regelrechten Massenexodus, überwiegend in die Vereinigten Staaten. Hungersnöte, Missernten (besonders 1846–1847), und die beginnende Industrialisierung, die das traditionelle Handwerk verdrängte, ließen den Menschen kaum Alternativen. Die USA galten als Land der Chancen und boten Existenzsicherheit und sozialen Aufstieg. Aus dem Sauerland machten sich tausende Auswanderer auf den Weg – unter Bedingungen, die heute kaum vorstellbar sind.

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