Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

An kaum einer anderen Stadt im Sauerland lässt sich der Wandel der Geschichte so deutlich an ihren Gebäuden ablesen wie in Alt‑Arnsberg. Die Altstadt unterhalb der Schlossruine ist geprägt von engen Gassen, Fachwerkhäusern und alten Adelshöfen. Auch die gotische Stadtkapelle St. Georg, der Klosterbezirk und zahlreiche historische Bürgerhäuser zeigen bis heute den Charakter der ehemaligen mittelalterlichen kurkölnischen Residenzstadt.

Verlässt man den Schlossberg und gelangt zum Alten Markt, sieht man bereits einige Häuser, die im 19. Jahrhundert klassizistisch überformt wurden. Geht man dann hinunter zum Neumarkt, verändert sich das Stadtbild beinahe schlagartig. Hier entstanden während der preußischen Zeit Gebäude mit deutlich strengerer und verwaltungsorientierter Bauweise. Noch heute erkennt man den Charakter der ehemaligen Garnisons‑ und Verwaltungsstadt: symmetrische Fassaden, schwere Natursteinportale, hohe Fensterachsen und klare klassizistische Formen prägen das Bild.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Arnsberg preußisch wurde?
Während der Napoleonischen Kriege veränderte sich die politische Ordnung Europas grundlegend. Nach Napoleons Niederlage wurde Europa auf dem Wiener Kongress im Jahr 1815 neu geordnet. Dabei fiel das Herzogtum Westfalen – und damit auch Arnsberg – an Preußen.

Arnsberg wurde Sitz der preußischen Regierung des Regierungsbezirks Arnsberg. Dadurch gewann die Stadt politisch und wirtschaftlich stark an Bedeutung. Viele Beamte, Verwaltungsmitarbeiter und Militärangehörige kamen in die Stadt. Dies führte zu einem umfangreichen Ausbau der Infrastruktur und zu zahlreichen Neubauten.


Foto oben: Neumarkt/Königstraße / Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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