Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wer sich früher Allendorf näherte, sah zuerst seine Befestigungen: zwei Tore, 30 bis 40 Meter hohe Mauern und einen Wall mit einem 24 Zoll breiten und 12 Zoll tiefen Graben. Die Tore bestanden aus einem turmähnlichen Gebäude mit einem kleinen Anbau. Sie waren mit Schießscharten versehen und dienten teilweise zugleich als Gefängnisse. Über den Toren hingen Hirschgeweihe – ein stolzes Zeichen dafür, dass hier das Jagdrecht herrschte. „Wild aller Art, wie es in hohen Gebirgsgegenden vorzukommen pflegt, ist hier im Überfluß“, ist es wortgetreu in der Chronik der Stadt Allendorf von 1834 nachzulesen. Der Umfang der Stadt betrug 990 Schritte à drei Fuß.

Bis 1858 besaß der heutige Ortsteil von Sundern noch Stadtrechte. Diese wurden Allendorf 1424 verliehen. Wie viele Menschen vor knapp 200 Jahren in Allendorf lebten, lässt sich nicht mehr sagen, aber in der Chronik ist von 65 Häusern die Rede, dazu von einem Rathaus, einem Pastorat, einer Vikarie, Schule und Kirche. Durch das Tal führte eine wichtige Chaussee Richtung Hagen; sie gab „der ganzen Gegend Leben“.

In alter Zeit gab es in Allendorf gleich drei Kirmessen; später blieb nur noch ein großer Markt: der Kramwarenmarkt am Sonntag vor Pfingsten. Dann zog eine Prozession zu Ehren der heiligen Agatha durch die Straßen, während St. Antonius der Eremit als Hauptpatron über allem wachte.

Allendorf hat auch schwere Zeiten erlebt: Allein 1745 verbrannten 37 Häuser, meist Strohhäuser; zum Glück waren die meisten Häuser massiv. Auch der „Schwarze Tod“, die Pest, soll in Allendorf stark gewütet haben.

Die Tuchmacherzunft hatte eine lange Tradition im Ort. Neben der Landwirtschaft spann fast jedes Haus Wolle. Im 19. Jahrhundert gab es auch eine, wie es heißt, „nicht ganz unbedeutende Tuchfabrik“. Genaueres darüber ist nicht mehr bekannt.

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