Von barocken Kapellen und einer ungewöhnlichen Bauform

Acht Ecken im Sauerland

Die 14 Nothelfer bei Remblinghausen

Die älteste der drei Kapellen steht nahe der alten Sägemühle. An dieser Stelle befand sich zuvor eine der heiligen Agatha geweihte Kapelle.

Der heutige Bau lässt sich ungewöhnlich genau datieren: Bei einer Restaurierung wurde das Eichenholz untersucht. Die Bäume waren 1712 gefällt und noch im selben Jahr verarbeitet worden; wahrscheinlich war die Kapelle 1713 vollendet.

Foto: Martin Lindner, CC BY-SA 3.0 

Der massive achteckige Bau trägt ein geschweiftes Dach. Erst einige Jahre später erhielt er jene Ausstattung, die ihm seinen heutigen Namen gab: 1722/23 entstanden die Figuren der 14 Nothelfer.

St. Lucia in Erflinghausen

Nur wenige Kilometer entfernt steht eine zweite achteckige Kapelle. Auch St. Lucia ist ein kleiner Zentralbau mit schiefergedeckter, geschweifter Haube und einer Laterne als Abschluss. Eine Untersuchung des Bauholzes ergab, dass die verwendeten Bäume 1725 gefällt und die Hölzer 1726 eingebaut wurden.

Nach örtlicher Überlieferung sollen die Bauernfamilien Kremer, Scheiwe und Kattol die Kapelle gestiftet haben, möglicherweise als Reaktion auf eine ansteckende Krankheit. Wie weit diese Überlieferung historisch zurückreicht, ist jedoch unklar.

Foto: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die Kapelle auf der Schlade

Die dritte Kapelle steht auf der Schlade bei Calle. Auch sie ist ein achteckiger Natursteinbau mit einer aufwendigen verschieferten Dachkonstruktion. Über dem geschweiften Schieferdach sitzt ein geschlossener Tambour (=Aufbau), der von einem kleinen Glockendach bekrönt wird. Gerade diese Silhouette zeigt die Verwandtschaft mit den beiden anderen Kapellen.

Die Schladekapelle wird in das frühe 18. Jahrhundert datiert; häufig wird das Jahr 1727 genannt.

Foto: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0

Die drei auffallend ähnlichen Kapellen entstanden in kurzer Zeit und in geringer Entfernung voneinander. Ob dies Zufall war, bleibt unklar. Der Baumeister ist nicht bekannt; möglicherweise handelte es sich um einen regionalen Handwerksmeister, dessen Name in den Quellen nicht überliefert ist.

Ebenso denkbar ist es, dass ein Baumeister den Entwurf der ersten Kapelle kannte und später erneut verwendete. Vielleicht diente eine der Kapellen als Vorbild für die anderen. Oder tatsächlich war derselbe Handwerker/Baumeister an allen drei Bauten beteiligt.

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