Im Jahr 1928 gründeten die ersten zehn Benediktinermönche aus Sankt Ottilien ein Kloster in Meschede und übernahmen die Leitung der Städtischen Rektoratsschule. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden sie aus Meschede vertrieben, kehrten jedoch nach dem Krieg zurück und konnten am 1. September 1964 die neue Abteikirche als Friedenskirche Christus, dem Friedenskönig weihen. Heute gehören ca. 50 Mönche zur Abtei.

Foto: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Ein Benediktinerkloster ist keine „Wohngemeinschaft“ im heutigen Sinn. Der Eintritt erfolgt aus dem Wunsch heraus, der eigenen Gottsuche größeren Raum und eine tragende Struktur zu geben. In erster Linie tritt man also in ein Kloster ein, weil einem der Ort und das Leben der konkreten Gemeinschaft zusagen.

Gerade in einer großen Gemeinschaft kann man sich die einzelnen Brüder nicht aussuchen, sondern muss sie aus der Perspektive Gottes betrachten – und gelegentlich auch ertragen. Es handelt sich also nicht um eine Wahlgemeinschaft, wie man sie aus Wohngemeinschaften kennt. In jeder Familie gibt es Tage, an denen das Zusammenleben schwerfällt – warum sollte es in einem Kloster anders sein? Auch Mönche gehen sich mitunter auf die Nerven.

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