Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Wie kam die erste Zeitung nach Meschede und was hat sich seitdem verändert?
Fangen wir mit der Wortbedeutung an: Das Wort Zeitung leitet sich aus dem Mittelniederdeutschen oder dem Mittelniederländischen „tidinge“ ab. Es bedeutet so viel wie Botschaft oder Nachricht. Erst nach der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert beginnt die Geschichte der Zeitung in Deutschland.
Heute verstehen wir unter Zeitung ein Druckwerk mit Nachrichten aus aller Welt, das mindesten einmal wöchentlich vertrieben wird. Als erstes periodisches Nachrichtenblatt gilt die „Relation aller Fuernemmen und gedenkwuerdigen Historien“, die 1605 von Johann Carolus in Straßburg verfasst wurde und wöchentlich erschien. Eine Tageszeitung mit sechs Ausgaben pro Woche erschien erstmalig 1650 in Leipzig unter dem Namen „Einkommende Zeitungen“.
Ab dem 18. Jahrhundert war der Siegeszug der Zeitschriften und Zeitungen nicht mehr aufzuhalten. Erst mit dem Aufkommen von Funk und Fernsehen und vor allem des Internets bekam die gedruckte Informationsverbreitung Konkurrenz. Bislang hat sich die Tageszeitung aber nicht unterkriegen lassen.
Das Argus-Auge
1839 plante die Redaktion des „Wochenblatts“, das bereits in Brilon zu lesen war, eine erweiterte Ausgabe für Brilon und Meschede unter dem Namen „Argus“. Das ging auch zunächst richtig gut, bis der Geburtstag Friedrich Wilhelms IV., des Königs von Preußen, nach Ansicht der Briloner Kollegen angeblich in Meschede zu lasch gefeiert worden sei. Schuld daran seien die Mescheder Beamten, die ihre Vorbildfunktion nicht wahrgenommen hätten. Dem widersprachen die Mescheder Beamten natürlich vehement. Vor allem ärgerte es sie maßlos, dass die Briloner Patrioten ihnen als Vorbild vorgehalten wurden. Die aufgebrachten Mescheder setzten die Rücknahme der Konzession für das Erscheinen des „Wochenblattes“ im Kreis Meschede durch. Damit hatte die Stunde für Anton Harmann geschlagen: Er erhielt eine Druckereikonzession in Meschede und druckte im November 1841 die erste Ausgabe des „Mescheder Kreisblattes“.
Das beste Mittel gegen Genäschigkeit
Inhaltlich geht es im Mescheder Kreisblatt um amtliche Benachrichtigungen, viel Landwirtschaft und ganz viel Unterhaltung: Charaden (besondere Rätselform), Fortsetzungsromane in allen Variationen, Todesnachrichten, Theateranzeigen und Anekdoten. Ein Beispiel aus dem MK Nro 6 vom 07.08.1841: Eine Dame fragte einen Freund…, wie sie es machen solle, um ein Faß Bier vor der Genäschigkeit ihrer Bedienten zu bewahren?- „Das beste Mittel ist, daß Sie ein Faß Wein danebenlegen,“ war die Antwort.

