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Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Sundern-Wildewiese liegt hoch auf dem Homertrücken. Der alte Bergbauweiler entstand in einer Mulde mit mehreren Quellen auf 520 bis 600 Metern Höhe. Der Ortsname verweist nach Angaben des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf eine „periodisch genutzte Hochweide“. Gemeint ist eine hoch gelegene Weidefläche, die nicht das ganze Jahr über, sondern nur zu bestimmten Zeiten für das Vieh genutzt wurde.
Den Wortbestandteil „wild“ muss man mit den Ohren früherer Jahrhunderte hören. In alten Flur- und Ortsnamen bedeutete er nicht nur „ungezähmt“ oder „voller Wildtiere“. Das althochdeutsche wildi, wilde und das mittelhochdeutsche wilde, wilt konnten ebenso „unbebaut“ oder „nicht kultiviert“ bedeuten.
Dass sich in Wildewiese eine größere offene Höhenfläche erhalten hat, ist im ansonsten waldreichen Sauerland etwas Besonderes. Durch den Ort führte einst der Leyerweg, ein alter Höhenweg, der bereits 1597 erwähnt wurde. Er führte von Werl durch das Ruhrtal bei Arnsberg über Hachen, Sundern und Hagen in Richtung Lennetal und traf bei Grevenbrück auf die alte Heidenstraße. Historisch lässt sich der Name erstaunlich weit zurückverfolgen: Bereits 1596 ist ein „Hof auf der Wildenwiese“ belegt und 1618 wird ein „Georg Schuldte uff der Wildenn Wiesen“ genannt.
Spätestens um 1800 prägte der Bergbau den kleinen Höhenort. Damals lebten 17 Familien in Wildewiese, deren Haupterwerb im Bergbau lag. Aus der einst nur zeitweise genutzten Hochweide war eine dauerhafte Siedlung geworden
Soweit zur Geschichte Wildewieses und zur wahrscheinlichsten Herkunft seines Namens. Wer nun wissen möchte, was es mit der letzten Sugambrerin auf sich hat, muss den Bereich historisch belegbarer Überlieferung verlassen und in die Welt der Sagen eintauchen.
Foto oben: Dirk Hagedorn, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

