Von Feuereimern, Pflichtwehren und den ersten Freiwilligen Feuerwehren im Sauerland

Als Löschen noch Bürgerpflicht war

Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wenn früher irgendwo im Sauerland die Brandglocke läutete, wusste jeder, was zu tun war. Wer helfen konnte, musste helfen. Einer brachte den Feuereimer, andere schleppten Wasser, Handwerker griffen zu Äxten und Brecheisen, Pferdebesitzer spannten ihre Tiere an. In den dicht bebauten Orten konnte aus einem einzelnen Brand binnen kurzer Zeit eine Katastrophe werden.

Über Jahrhunderte gehörte Feuer zu den größten Gefahren für Städte und Dörfer. Die Häuser standen eng beieinander, vielerorts waren die Dächer mit Stroh gedeckt. Ein einziger Funke konnte ausreichen, um ganze Straßenzüge in Brand zu setzen.

Wenn ganze Städte brannten

Die Chroniken berichten von zahlreichen schweren Bränden:

  • Arnsberg wurde 1472 von einem Großbrand getroffen. 1600 brannte die Stadt nahezu vollständig nieder, 1614 wurde erneut etwa die Hälfte zerstört. Während des Siebenjährigen Krieges wurden 1762 das Arnsberger Schloss und große Teile der oberen Stadt in Brand geschossen.
  • Auch Neheim blieb nicht verschont. Nach schweren Bränden 1277 und 1575 zerstörte das Feuer von 1807 die Stadt nahezu vollständig. Beim Wiederaufbau entstanden breitere Straßen und eine offenere Bebauung.
  • Marsberg brannte 1430 bis auf wenige Häuser nieder.
  • Aus Hallenberg wird sogar überliefert, dass nach einem Großbrand lediglich ein Stall stehen geblieben sei.
  • Besonders schwer traf es Brilon, wo im 18. Jahrhundert gleich vier Großbrände – 1742, 1746, 1758 und 1791 – erhebliche Schäden verursachten.

Solche Katastrophen zeigten immer wieder, wie begrenzt die Möglichkeiten der Brandbekämpfung noch waren.

Bild ganz oben: Der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr ist bereits seit 1884 aktiv (Foto: Freiwillige Feuerwehr Meschede)

Seiten: 1 2 3