Von Feuereimern, Pflichtwehren und den ersten Freiwilligen Feuerwehren im Sauerland

Als Löschen noch Bürgerpflicht war

Löschen war Bürgerpflicht

Schon seit den frühen Stadtgründungen waren die Einwohner verpflichtet, bei Bränden Hilfe zu leisten. In vielen Orten waren auch die Gilden in die Brandbekämpfung eingebunden. Eine Feuerwehr im heutigen Sinne gab es jedoch noch nicht.

Ein wichtiger Schritt war die Feuer- und Löschordnung des Kurfürsten Maximilian Franz vom 7. August 1784.

Jeder wehrfähige Bürger musste einen ledernen Feuereimer besitzen und bei Feueralarm zur Brandstelle bringen. Wer nicht selbst helfen konnte, hatte Wasser bereitzustellen.

Foto: missing name, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Damit war praktisch die gesamte Bevölkerung in den Brandschutz eingebunden.

Auch die Gemeinden mussten Vorsorge treffen. Feuerleitern, Feuerspritzen und ausreichende Löschwasservorräte sollten bereitstehen. Brände wurden durch Hornsignale, Feuerzeichen oder das Läuten der Brandglocken gemeldet. Eine wichtige Rolle spielten die Nachtwächter, die Brände frühzeitig erkennen und melden mussten.

Brandmeister und Feuerpolizei

Im Brandfall hatte der Brandmeister das Kommando. Er sorgte dafür, dass Geräte und Mannschaften möglichst schnell zum Einsatz kamen. Auch Pferdebesitzer und bestimmte Handwerker hatten festgelegte Aufgaben.

Mit den Feuerordnungen des frühen 19. Jahrhunderts wurde der Brandschutz weiter organisiert. Die Feuerpolizei kontrollierte regelmäßig Feuerstätten, Dachböden und Löschgeräte. Gleichzeitig wurden die Aufgaben bei Bränden zunehmend aufgeteilt, etwa für Rettung, Wasserversorgung und den Einsatz der Feuerspritzen.

Pflichtwehr und Freiwillige Feuerwehr

1841 trat die „Feuer-Polizei-Ordnung für die Provinz Westfalen“ in Kraft. Grundsätzlich waren nun alle arbeitsfähigen Einwohner über 14 Jahre verpflichtet, bei Bränden zu helfen. Damit bestand im Grunde eine große Pflichtfeuerwehr.

Dieses System hatte jedoch Schwächen. Vielen Helfern fehlten Ausbildung und Übung, und nicht immer verliefen die Einsätze geordnet. Noch 1878 beklagte der „Sauerländische Anzeiger“, dass Schaulustige die Löscharbeiten häufig behinderten.

Daraus zog man eine klare Konsequenz: Freiwillige Feuerwehren sollten besser ausgebildet und organisiert sein.

Bild: Popular Science Monthly Volume 47, Public domain, via Wikimedia Commons

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