Was die alten Meilensteine im Sauerland erzählen

„Minden 19 M“

Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wer heute auf der B 55 unterwegs ist, folgt modernen Schildern oder dem Navigationsgerät. Vor rund zweihundert Jahren dagegen standen die entscheidenden Entfernungsangaben am Straßenrand – in Stein gehauen.

Bei Reiste traf der Reisende auf einen hohen Obelisken. Unter dem preußischen Adler war zu lesen: MINDEN 19 M: Was heute rätselhaft wirkt, war damals eindeutig: Bis Minden waren es noch 19 preußische Meilen. Eine Meile entsprach rund 7,53 Kilometern – wer am Reister Stein stand, hatte also noch etwa 143 Kilometer vor sich. Der Stein war Teil eines durchdachten Systems von Wegmarkierungen entlang einer neuen Fernstraße durchs Sauerland.

Die neue Chaussee durchs Sauerland

Nach dem Übergang des Herzogtums Westfalen an Preußen begann im frühen 19. Jahrhundert der Ausbau zentraler Verkehrswege. Alte Wege waren oft schlecht befestigt und bei Regen kaum passierbar.

Zu den großen Projekten gehörte die Verbindung zwischen den Garnisonsstädten Minden und Koblenz. Zwischen 1816 und 1828 entstand eine planmäßig angelegte Kunststraße, die über Lippstadt, Warstein, Meschede und Eslohe in Richtung Olpe führte. Teile der heutigen B 55 folgen noch immer dieser historischen Trasse. Für Eslohe wird die Eröffnung der Chaussee auf Anfang 1828 datiert.

Eine solche Chaussee war mehr als ein breiter Weg: Sie wurde vermessen, befestigt, unterhalten – und mit Meilensteinen ausgestattet.

Bild oben: KI-generiert by Microsoft Copilot

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