Was die alten Meilensteine im Sauerland erzählen

„Minden 19 M“

Eine steinerne Kette durchs Sauerland

Wie systematisch die Straße vermessen wurde, zeigt sich bis heute. Auf der Strecke von Warstein bis ins Lennetal folgten die großen Steine im Abstand von rund 7,5 Kilometern:

  • Warstein – Minden 16 M
  • Meschede – Minden 17 M
  • Enkhausen – Minden 18 M
  • Reiste – Minden 19 M
  • Bremscheid – Minden 20 M
  • Schwartmecke – Minden 21 M
  • Elspe – Minden 22 M

Zwischen Warstein und Elspe ergibt sich so eine nachvollziehbare Kette von sechs Meilen – rund 45 Kilometern. Viele dieser Steine sind dokumentiert oder erhalten. Besonders im Raum Eslohe existieren zahlreiche Zeugnisse, darunter auch kleinere Zwischensteine wie ein Viertelmeilenstein bei Isingheim.

Unterwegs auf der Chaussee

Für damalige Reisende hatten die Zahlen eine unmittelbare Bedeutung. Wer bei Reiste „MINDEN 19 M“ las, wusste: Vor ihm lagen über 140 Kilometer – eine größtenteils hügelige Strecke, die Zeit, Verpflegung und oft Übernachtungen erforderte.

Bei Schwartmecke erreichte die Chaussee auf diesem Abschnitt einen ihrer höchsten Punkte. Der Ort liegt heute auf rund 467 Metern Höhe. Der Anstieg war für schwer beladene Fuhrwerke so beschwerlich, dass am Stertschultenhof in Cobbenrode zusätzliche Pferde vorgespannt wurden. Erst oben an der Schwartmecke war die Höhe überwunden. Im Obergeschoss des Stertschultenhofes befand sich eine Gaststube, in der die Reisenden einkehren konnten.

Auch Chausseegeld gehörte zur neuen Verkehrswelt. Am Stimm-Stamm befand sich eine Hebestelle, an der für die Nutzung der ausgebauten Straße bezahlt werden musste.

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