Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Am Unterlauf der Valme, kurz bevor sie in die Ruhr mündet, liegt Heringhausen. Wer sich von Bestwig aus dem Ort nähert, stößt bald auf den Straßennamen: „Am Hammer“. Er erinnert an einen der ältesten Industriebetriebe des Dorfes. Mehr als zwei Jahrhunderte lang wurde hier mit Feuer, Holzkohle und Wasserkraft Eisen verarbeitet.
Vom eigentlichen Hammerwerk ist heute nichts mehr erhalten. Doch eine Spur findet sich noch im Gelände: der alte Obergraben, durch den einst Wasser aus der Valme zum Hammer geleitet wurde.
Ein Hammerwerk entsteht
Ende des 16. Jahrhunderts entstand am Ufer der Valme der Heringhauser Eisenhammer. Nach den Forschungen des früheren Ortsheimatpflegers Reinhard Schmidtmann wurde er um 1590 mit Genehmigung des Kölner Erzbischofs als Landesherrn durch Graf Dietrich von Landsberg aus Erwitte errichtet. Die Familie von Landsberg besaß damals zahlreiche Güter in Heringhausen.
Die erste bislang bekannte urkundliche Erwähnung des Hammers stammt vom 31. Januar 1631. Damals verkaufte der Mescheder Bürger Schwickart Bercken den Erbhammer an Johann von Hanxleden zu Halbeswig. Schon die Bezeichnung als „Erbhammer“ lässt erkennen, dass es sich zu diesem Zeitpunkt um einen bereits bestehenden Betrieb handelte.
In den folgenden Jahrzehnten wechselten die Eigentümer mehrfach. Unter ihnen finden sich die Namen Hester und Krop(f)f. Später gelangte der Heringhauser Hammer in den Besitz der Olsberger Hütte.
Foto oben: Nachbau des einst in Heringhausen betriebenen Eisenhammers: Quelle: Stephan8173, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

