Ohne Holzkohle kein Eisen
Neben Wasser benötigte der Hammer vor allem eines: große Mengen Holzkohle. Sie lieferte die notwendige Hitze für die Feuer. Damit gehörten auch die Köhler der umliegenden Wälder zur Produktionskette. Am Ostenberg sind noch heute ehemalige Köhlerplätze zu erkennen. Dort wurde Holz in Meilern langsam verkohlt und die fertige Holzkohle anschließend zum Hammer gebracht.
Mehr als zwei Jahrhunderte Eisenverarbeitung
Auch zu Beginn des 18. Jahrhunderts war der Heringhauser Hammer in Betrieb. In einer Statistik der Hütten und Hämmer des Herzogtums Westfalen von 1710/11 erscheint er als „Schulten Lamberti und Consorten Hammer zu Heringhaußen“.
Mehr als hundert Jahre später arbeitete die Anlage noch immer. Für 1808, 1816 und 1817 finden sich weitere Nachweise. Der Bericht von 1816 bezeichnet sie ausdrücklich als Hammer mit zwei Feuern.
Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts arbeitete der Eisenhammer am Ufer der Valme. Doch mit dem Aufkommen modernerer Hütten- und Walzwerke verlor der wassergetriebene Hammer zunehmend seine wirtschaftliche Grundlage. In den 1860er-Jahren kam der Betrieb allmählich zum Erliegen und wurde schließlich ganz aufgegeben.
Die Gebäude beziehungsweise das Gelände blieben jedoch bestehen und gehörten später zur Olsberger Hütte. 1932 verkaufte diese das Anwesen an die Familie Kersting.
Heute erinnert nicht nur der Straßenname „Am Hammer“ an den alten Betrieb. In der Dorfmitte steht ein nachgebauter Eisenhammer. Wie die ursprüngliche Anlage aussah, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Die Hammerschläge, die über Jahrhunderte zum Arbeitsalltag in Heringhausen gehört hatten, sind längst verstummt – ihre Spuren aber sind bis heute geblieben.
Quelle:
https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte
www.archive.nrw.de
www.heringhausen.com

