Die Geschichte des Heringhauser Eisenhammers an der Valme

Schulten Lamberti und Consorten

Die Valme lieferte die Kraft

Ohne die Valme hätte der Eisenhammer nicht arbeiten können. In Höhe des heutigen Sportplatzes wurde Wasser aus dem Bach abgeleitet. Über eine Schleuse gelangte es in einen Obergraben und von dort zum Hammerwerk.

Das Wasser setzte die Anlage in Bewegung. Nach seiner Nutzung wurde es durch einen Untergraben wieder der Valme zugeführt. Der Verlauf des ehemaligen Obergrabens ist noch heute stellenweise im Gelände zu erkennen – eine der wenigen sichtbaren Spuren des alten Hammerwerks.

Die Betriebsgebäude selbst standen im Bereich zwischen der heutigen Gevelinghauser Straße und dem Sportplatz.

Blick auf Heringhausen mit der Valme im Vordergrund
Blick auf Heringhausen (Gemeinde Bestwig), undatiert (1930er/1940er Jahre?)
Foto: Postkartenverlag Grobbel @ LWL Medienzentrum für Westfalen

Aus Roheisen wurde schmiedbares Eisen

Im Heringhauser Hammer wurde das Eisenerz nicht selbst verhüttet. Das geschah in Hochöfen, wo aus dem Erz zunächst Roheisen gewonnen wurde. Dieses Roheisen war noch spröde und nicht schmiedefähig.

Vor Ort wurde das Roheisen in zwei sogenannten Frischherden verarbeitet. Das waren mit Holzkohle befeuerte Arbeitsstellen, in denen das spröde Roheisen unter starker Luftzufuhr erhitzt wurde. Anschließend wurde die glühende Eisenmasse unter schweren, durch Wasserkraft angetriebenen Hämmern ausgeschmiedet. So entstand nach und nach schmiedbares Eisen.

Wie der Betrieb zu Beginn des 19. Jahrhunderts aussah, zeigt ein Bericht des Esloher Bergmeisters Buff aus dem Jahr 1816. Damals besaß der Heringhauser Hammer zwei Feuer. Das verarbeitete Roheisen kam unter anderem aus den Hütten in Olsberg und Hoppecke. Aus dem schmiedbaren Eisen entstanden vor allem Stabeisen, aber auch Wagenzubehör und Werkzeuge.

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