Als Joseph Schnier aus Blüggelscheidt bei Remblinghausen im Jahre 1790 für das Kloster Bredelar das Amt des Eisenhütteninspektors übernahm, stand er an der Spitze eines technisch anspruchsvollen und wirtschaftlich bedeutenden Betriebes. Seine Aufgaben umfassten nicht nur die Aufsicht über die Eisenverarbeitung, sondern ebenso die Organisation des Rohstoffbezugs, die Überwachung der Produktion und die wirtschaftliche Verwaltung des Werkes.
Das Vertrauen des Klosters in seine Fähigkeiten war groß: Bereits 1792 wurde Schnier zusätzlich zum Kellerer ernannt und übernahm damit die zentralen Finanz- und Verwaltungsaufgaben des gesamten Klosters.
Die Eisenhütte des Klosters Bredelar
Das Kloster Bredelar verfügte seit dem Mittelalter über umfangreiche Besitzungen. Meistens waren Ländereien, aber bereits im 16. Jahrhundert werden auch Hütten- und Hammerwerke urkundlich erwähnt – die Eisenproduktion war ein zentraler Wirtschaftszweig des Klosters.
Als Eisenhütteninspektor war Joseph Schnier für die Eisenwerke des Klosters Bredelar verantwortlich, deren Rohstoffe unter anderem aus den Erzgruben des Enkenbergs im Hoppecketal stammten. Im Jahr 1650 waren die Eisenhütten des Klosters rund 46 Wochen in Betrieb. Das Kloster verkaufte große Mengen Roheisen und belieferte unter anderem das Kloster Corvey. Über die Weser gelangten Eisenprodukte sogar bis nach Bremen, wo sich das Kloster mehrfach gegen hohe Zölle zur Wehr setzen musste.
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