Wirtschaftliche Probleme um 1800
Im späten 18. Jahrhundert blieb die Eisenproduktion eine der wichtigsten Einnahmequellen. Doch um 1800 verschärften sich die Probleme: Die eigenen Waldungen deckten den enormen Holzbedarf nicht mehr. Brennholz und Holzkohle mussten von den Grafen von Westphalen (Helminghausen) und vom Kloster Dalheim zugekauft werden. Die Hütte und die Hammerwerke waren bereits seit zwei Jahren nur eingeschränkt in Betrieb.
Trotz eines Lagerbestands von Eisenstein im Wert von über 1.000 Reichstalern konnte nicht voll produziert werden. Diese Schwierigkeiten traten erst nach Schnier auf – während seiner Amtszeit war der Betrieb noch voll leistungsfähig.
Zur Person Joseph Schnier
Nach den Personallisten des Klosters wurde Joseph Schnier am 3. Dezember 1759 in Blüggelscheidt geboren – auf einem der sieben alten Höfe in Blüggelscheidt, die bereits im Schatzungsregister von 1543 erwähnt werden.
Als nachgeborener Sohn eines Bauernhofes dürfte ihm die Hofnachfolge kaum offen gestanden haben. Ob der Eintritt in das Kloster auf eigenen Wunsch oder auf Entscheidung der Familie erfolgte, ist allerdings nicht überliefert. Mit 20 Jahren legte er die Profess ab, zwei Jahre später wurde er zum Subkustos bestellt, weitere zwei Jahre danach zum Priester geweiht.
Der hohe Arbeitseinsatz hinterließ Spuren: Als Schnier am 10. September 1795 im Alter von nur 35 Jahren starb, vermerkte das Kloster in seiner Akte knapp „vor Erschöpfung“. Sein früher Tod fällt in eine Zeit, in der das Kloster wirtschaftlich noch stabil war. Wenige Jahre später litt es jedoch unter Rohstoffmangel und den politischen Veränderungen der Säkularisation. Die Aufhebung des Klosters erfolgte 1804, nur neun Jahre nach Schniers Tod.
Kloster Bredelar im 18. Jahrhundert:
Die Eisenproduktion gehörte neben der Landwirtschaft zu den wichtigsten Einnahmequellen des Klosters. Dazu hatte es umfangreichen Grundbesitz im Herzogtum Westfalen, etwa 865 Morgen selbst bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzflächen, mehr als 4.300 Morgen Waldungen, Mühlen sowie Einkünfte aus Pacht-, Zehnt- und Rentzahlungen.
Der Ortsname Blüggelscheidt dürfte auf einen Mann namens Bliuwo zurückgehen und „das von ihm abgetrennte oder neu erschlossene Landstück“ bedeuten.
Quellen:
„Joseph Schnier“ (GSN: 070-02148-001), in: Germania Sacra, https://personendatenbank.germania-sacra.de/index/gsn/070-02148-001 (Abgerufen: 22.07.2026).
Die Bevölkerung des kurkölnischen Sauerlandes im Jahre 1543 (Schatzungsregister 1543)

