Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Die Lage Züschens im Übergangsgebiet zwischen dem kurkölnischen Sauerland und dem waldeckischen Herrschaftsbereich prägte das Dorf über viele Jahrhunderte. Diese Grenzlage verlieh Züschen früh eine besondere Bedeutung: Der Ort war Kirchdorf, Verwaltungszentrum und Durchgangsstation zugleich.
Das Ortswappen von Züschen spiegelt die wechselvolle Geschichte wider. In ihm vereinen sich die prägenden Elemente der Ortsgeschichte auf engem Raum. Das schwarze Kreuz im oberen linken Feld erinnert an die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Herzogtum Westfalen und damit zu Kurköln. Im Mittelpunkt steht die Pfarrkirche St. Johannes Baptist als Sinnbild der Bedeutung als altes Kirchdorf. Unterhalb der Kirche findet sich das Katharinenrad, dessen genaue Bedeutung heute nicht mehr eindeutig geklärt ist.
Rechts ist das Wappen der adligen Familie von Winter zu sehen. Dass ausgerechnet dieses Wappen aufgenommen wurde, ist kein Zufall. Während Waldeck, Wittgenstein und Kurköln als übergeordnete Herrschaften wirkten, waren die Herren von Winter unmittelbar mit dem Ort verbunden. Sie besaßen einen freiadeligen Sitz in Züschen und waren über Jahrhunderte Mitinhaber der Freigrafschaft.
Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist, bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt, bildete den geistlichen und sozialen Mittelpunkt des Dorfes. Züschen war Pfarrort für mehrere umliegende Höfe und kleinere Siedlungen. Kirchlich war die Gemeinde nach Köln ausgerichtet, während sie zeitweise unter waldeckischem Einfluss stand. Diese besondere Doppelstellung macht Züschen regionalgeschichtlich interessant und erklärt, weshalb der Ort bereits im Spätmittelalter eine vergleichsweise große Bedeutung besaß.
Foto oben: Morty, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

