Freigrafschaft und wechselnde Herrschaften

Die Geschichte Züschens ist von häufigen Herrschaftswechseln geprägt. Die Freigrafschaft Züschen gehörte zunächst den Grafen von Waldeck, gelangte später an die Grafen von Wittgenstein, die Ritter von Diedenshausen sowie die Herren von Viermünden und Winter und wurde schließlich Teil des kurkölnischen Herrschaftsgebietes. Diese wechselnden Besitzverhältnisse beeinflussten die politische, rechtliche und wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes nachhaltig.

Zueschen Freistuhl
Der Freistuhl in Züschen
Foto_ Verbum, CC BY-SA 4.0  via Wikimedia Commons

Als Mittelpunkt der Freigrafschaft nahm Züschen eine wichtige Verwaltungsfunktion wahr. Die Nähe zur kurkölnischen Stadt Winterberg führte immer wieder zu Grenz- und Nutzungsstreitigkeiten, insbesondere um Wald- und Weiderechte. Sie verdeutlichen, wie eng der Ort in die politischen Strukturen verschiedener Herrschaftsräume eingebunden war.

Die Verpfändung von 1377 und die gescheiterte Wiedereinlösung

Im Jahr 1377 verpfändete Graf Salentin von Sayn-Wittgenstein die Freigrafschaft Züschen für 450 Gulden an die Ritter von Diedenshausen. Mit der Verpfändung gingen umfangreiche Herrschaftsrechte – darunter die Gerichtsbarkeit, die Erhebung des Zehnten sowie weitere Abgaben und Dienste – auf die Pfandinhaber über. Die Wittgensteiner Grafen behielten sich jedoch ausdrücklich die Jagd- und Fischereirechte vor.

Diese Rechte konnten sie selbst nach der Eingliederung der Freigrafschaft in das kurkölnische Herrschaftsgebiet behaupten. Im Jahr 1611 erkannten die Grafen von Sayn-Wittgenstein-Berleburg die Hoheitsrechte des Erzbischofs von Köln an, während dieser im Gegenzug ihre Jagd- und Fischereirechte bestätigte.

Mehrfach versuchten die Wittgensteiner Grafen, die Freigrafschaft entsprechend der Pfandvereinbarung wieder einzulösen. Der erste Versuch scheiterte unter anderem am Verlust der Originalurkunde der Verpfändung. Auch ein späterer Einlösungsversuch blieb erfolglos. Damit blieb Züschen dauerhaft außerhalb des Wittgensteiner Territoriums.

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