Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wenn man durch die alten Wege rund um Brilon streift – manchmal auch mitten in der alten Hansestadt –, begegnet man früher oder später kleinen Bauwerken aus grünlichem Sandstein, den sogenannten Heiligenhäuschen. Insgesamt mehrere Dutzend gibt es im Stadtgebiet und in den Briloner Dörfern.

Da gibt es die einfachen am Wegesrand: spitzgiebelig, mit einer Nische im Inneren, geschützt durch ein Gitter. Dort steht manchmal eine Figur, eine Heilige, vielleicht mit Kerzen davor. Charakteristisch für Brilon sind aber diejenigen Heiligenhäuschen, deren Bauweise etwas kunstvoller ist, dabei mit einer geraden Linienführung. Deren Bau ist von der Renaissance geprägt, trägt jedoch auch barocke Züge, die sich besonders in seiner gedrungenen, kraftvollen Form zeigen.

Im Durchschnitt beträgt die Größe dieser Heiligenhäuschen 2,30 × 0,90 Meter (Höhe zu Breite). Schnell erkennt man die Dreiteilung: Dachaufsatz, Ober- und Unterbau. Unten ein fester Sockel, oft mit Inschriften oder Reliefs verziert. Darüber erheben sich Pfeiler oder Pilaster[1], die eine kleine, geschützte Nische für Figuren tragen. Manche dieser ursprünglichen Figuren sind geblieben, viele sind verschwunden.

Über allem ruht ein kunstvoller Dachaufsatz, mal rund geschwungen, mal spitz wie ein kleiner Giebel. Manchmal krönen Kugeln die Ecken, und in den Giebelfeldern finden sich Zeichen, Ornamente oder Worte, die von Glauben und Hoffnung erzählen. Ähnlich wie Gesims und Gebälk bei Fachwerkbauten wird auch hier der Bereich für Inschriften genutzt.

Foto oben: SteveK, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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