Als Baumaterial wurde grüner Sandstein verwendet. Die in der Stadt stehenden Heiligenhäuschen wurden mit einer graugrünen Deckfarbe überzogen, um den porösen und wenig witterungsbeständigen Sandstein zu schützen.

Das Alter der Heiligenhäuschen reicht bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das älteste stammt aus dem Jahr 1671[2]. Kurz darauf wurden weitere gebaut. Dieser Umstand sowie die Ähnlichkeit der Bauwerke lassen darauf schließen, dass sie von einem Meister oder dessen Nachkommen stammen. Der Name des Meisters ist unbekannt; er wurde nie eingemeißelt.

Brilon Bildstock Rixener Straße 2 2011 07 18

Eines dieser Häuschen steht etwas erhöht am Weg, an der Ecke Rixener- und Altenbürener Straße. Früher warf eine alte Eiche ihren Schatten darüber. Auf seinem Giebel steht in Stein gemeißelt: „Jesu Crucifixe nostri miserere“[3] sowie die Jahreszahl 1677. Darunter eine leise Mahnung an alle Vorübergehenden, beim Anblick des Kruzifixes an Christi Tod und Erlösung zu denken.

Foto: AlterWolf49, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Unten in der Füllung des Unterhauses befindet sich eine Reliefdarstellung des Kreuzfalles Christi. Gesichtszüge sind hier nicht mehr zu erkennen. An der linken Seitenwand des Heiligenhäuschens steht der Name der Stifter eingemeißelt: Johann Koch und seine Ehefrau Magdalena Winterberg.

Der Bürgermeister

Johann Koch war ein wohlhabender Kaufmann und fünffacher Bürgermeister in Brilon. Die Inschrift im Sockel nimmt wahrscheinlich Bezug auf das Siechenhaus, das an dieser Stelle vor den Toren der Stadt stand. Zuletzt starben in den Jahren 1659 und 1664 in Brilon zwei Frauen an der Lepra. Fünfmal war er Bürgermeister und fünfmal auch Kämmerer der Stadt.

Auch in schwierigen Zeiten engagierte er sich: Während des Dreißigjährigen Krieges unterstützte er die Stadt finanziell und übernahm Verantwortung in der Schützengesellschaft, die für die Sicherheit Brilons wichtig war.

Koch, um 1600 in Beringhausen bei Marsberg geboren, war mit Magdalena Winterberg verheiratet, der Tochter eines Briloner Kaufmanns und Weinwirts. Nach dessen Tod führte er die Geschäfte erfolgreich weiter.

Mit Magdalena hatte er acht Kinder. Seine Frau galt als besonders wohltätig und engagierte sich stark für Kirche und Arme. Johann Koch erreichte ein hohes Alter von über 85 Jahren. Drei Jahre nach seinem Tod wurde das größte Heiligenhäuschen in Brilon gebaut.

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