Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Wer heute über die Niedersfelder Hochheide wandert, den Blick vom Clemensberg schweifen lässt oder die Quelle der Hoppecke besucht, ahnt kaum, dass sich hier einst eine der ältesten bekannten Siedlungen der Region befand. Dort, wo heute Heidekraut blüht und seltene Pflanzen gedeihen, lebten und arbeiteten bereits vor vielen Jahrhunderten Menschen. Manche der heutigen Wanderwege folgen sogar Routen, die seit dem Mittelalter genutzt wurden. Wo heute Besucher die Aussicht genießen, zogen einst Händler, Fuhrwerke und Bergleute über die Höhen des Sauerlandes.
Die Niedersfelder Hochheide – auch „Neuer Hagen“ genannt – zählt zu den bedeutendsten Hochheiden des Sauerlandes. Sie liegt auf dem Rothaarkamm zwischen Winterberg‑Niedersfeld und Olsberg‑Bruchhausen und eröffnet eindrucksvolle Ausblicke auf die höchsten Berge Nordrhein‑Westfalens, darunter den Langenberg (843 m), den Hegekopf und den Kahlen Asten (841 m).
Die Landschaft selbst blickt auf eine rund 300 Millionen Jahre alte Erdgeschichte zurück. Vulkanische Aktivitäten, Gebirgsbildung und eiszeitliche Prozesse formten die heutige Hochfläche. Auf den nährstoffarmen, teils staunassen Böden entwickelte sich eine einzigartige Mischung aus Heide, Moor und Wald. Von den rund 76 Hektar des Naturschutzgebietes entfallen etwa 17 Hektar auf Moorflächen. Besenheide, Heidel- und Preiselbeeren, Wollgras und Torfmoose prägen bis heute das Bild dieser offenen Höhenlandschaft.
Doch die Hochheide ist nicht nur Naturraum, sondern auch eine vom Menschen geformte Kulturlandschaft. Bereits im Mittelalter wurden große Waldflächen gerodet: Holz wurde für Köhlerei und Eisenverhüttung benötigt, die offenen Flächen dienten als Weideland. Ohne diese jahrhundertelange Nutzung wäre die Hochheide längst wieder bewaldet.
Foto oben: Kavofoto, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

