Die Geschichte von Niggenhagen
Besonders faszinierend ist die Geschichte von Niggenhagen, dem „Neuen Hagen“. Der Name verweist auf eine Zeit, in der ein „Hagen“ eine eingehegte oder gerodete Fläche im Wald bezeichnete. Aus „Neuer Hagen“ entwickelte sich im regionalen Sprachgebrauch die Form Niggenhagen oder Nigenhagen.
Die Siedlung, erstmals 1320 urkundlich erwähnt, lag am Nordrand der Hochheide. Keramikfunde deuten jedoch darauf hin, dass ihre Ursprünge bereits im 12. Jahrhundert liegen. Archäologische Untersuchungen brachten Spuren von mindestens sieben Häusern ans Licht. Hinzu kamen Ackerterrassen, Meilerplätze, Schlacken, Holzkohle und Eisenerzreste – klare Hinweise darauf, dass die Bewohner nicht nur Landwirtschaft betrieben, sondern auch Eisen gewannen und verhütteten.
Warum siedelten Menschen ausgerechnet auf dieser heute oft rau wirkenden Hochfläche? Die Lage bot damals zahlreiche Vorteile: weite Weideflächen, Wasser aus Quellen und Mooren, Raseneisenerz in den feuchten Bereichen sowie reichlich Holz aus den umliegenden Wäldern für die Köhlerei. Die Hoppecke entspringt direkt am Rand der Hochheide – genau dort fanden sich auch Spuren früher Eisenverarbeitung.
Unterhalb der Siedlung befand sich am Haselbach eine Eisenhütte, die vermutlich bereits mit einem wasserbetriebenen Blasebalg arbeitete – für ihre Zeit eine bemerkenswert fortschrittliche Technologie. Die Verbindung von Landwirtschaft, Köhlerei und Eisenverarbeitung machte Niggenhagen zu einem kleinen, aber bedeutenden Wirtschaftsstandort auf dem Rothaarkamm.

