Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Das Höhendorf Hildfeld bei Winterberg blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Seine erste urkundliche Erwähnung datiert vom 9. Juli 1220: In einer Schenkungsurkunde übertrugen die Edelherren von Büren das Gut Hildfeld an das damals entstehende Kloster Küstelberg, das später nach Glindfeld verlegt wurde. Über viele Jahrhunderte waren die Hildfelder dem Kloster abgabepflichtig.
Die Landwirtschaft bildete die Lebensgrundlage der Bewohner, doch die Erträge fielen aufgrund des rauen Klimas oft bescheiden aus. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, suchten die Menschen nach zusätzlichen Erwerbsquellen. So entwickelte sich der Wanderhandel zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein des Dorfes. Bereits 1764 bestritten gut die Hälfte der männlichen Einwohner ihren Lebensunterhalt durch den Handel – meist als Tuchhändler. Ihre Wege führten sie nach Pommern, Posen, Schlesien und Schleswig-Holstein, teilweise sogar bis nach Österreich-Ungarn und ins Banat im heutigen Rumänien.
Der dadurch erworbene bescheidene Wohlstand stärkte das Selbstbewusstsein der Dorfgemeinschaft. Die Menschen waren nicht länger ausschließlich von Landwirtschaft und Obrigkeiten abhängig, sondern gestalteten ihr wirtschaftliches Leben zunehmend selbstständig. Dieses wachsende Selbstverständnis zeigte sich auch im Wunsch nach einer eigenen Kapelle.

Trotz des Widerstands des Grönebacher Pfarrers und der erzbischöflichen Behörden setzten die Hildfelder ihr Vorhaben durch und errichteten 1732 die Marienkapelle – ein Ort des Glaubens und zugleich ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt und Eigenständigkeit.
Foto links: Die verschneite Marienkapelle, ca 1941
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