Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Es war im Jahr 1852, als Oberförster Padberg aus Astenberg zufällig auf die überwachsenen und fast vollständig verschütteten Reste der alten Negerkirche stieß, die rund viereinhalb Kilometer südlich von Siedlinghausen lag. Ob bewusst oder unbewusst, Padberg muss ein ausgeprägtes Gespür für historische Zusammenhänge besessen haben, denn er veranlasste umgehend die Freilegung der Ruine – ein Glücksfall für die regionale Geschichtsforschung. Ohne sein Eingreifen wäre das Wissen um das Kirchspiel Negerkirchen vermutlich verloren gegangen.
Der Oberförster ließ die teils unter Schutt und Erde begrabenen, teils von dichtem Buschwerk überwucherten Mauern ausgraben, wobei er einen Teil der Steine für einen neu anzulegenden Weg verwendete. Bei den Arbeiten kamen zahlreiche Gegenstände zutage. Der Förster informierte daraufhin den Historiker Seibertz, der wenig später die Fundstelle besuchte, die Funde dokumentierte und sie anschließend in seinem Wohnsitz, dem Gut Wildenberg bei Brunskappel, aufbewahrte. Die meisten dieser Stücke sind heute leider verschollen.
Unter diesen Fundstücken befand sich ein grün glasierter Keramikziegel mit Rautenverzierung, den Seibertz für einen Wandziegel hielt, der heute jedoch eher als Bodenfliese gedeutet wird. Im Inneren der Kirche kamen außerdem ein gemauerter Altarfuß mit Reliquiennische, ein würfelförmiger Taufstein, Türgewände aus hartem Sandstein, Fensterglas, Eisenbeschläge, Schlüssel, eine eiserne Wetterspitze sowie weitere grün glasierte Fliesen zum Vorschein. Ein Türgewändestein wurde später in die neue Kirche von Brunskappel eingemauert und trägt dort bis heute die Jahreszahl.
In einem ausführlichen Aufsatz beschrieb Seibertz die damals noch gut sichtbaren Überreste der Kirche: kleine Fenster, die nur spärlich Licht einließen, ein spätromanischer Bau mit Gewölben, halbrunder Chorapsis und quadratischem Westturm. Das Gebäude war etwa fünfundzwanzig Meter lang, vermutlich in mehreren Bauphasen entstanden, mit einem Boden aus Steinplatten und stellenweise wohl hölzerner Dielenverkleidung.
Bei dem oben genannten Oberförster handelt es sich sehr wahrscheinlich um Georg Padberg, der 1821 in Hengsbecke (Kreis Olpe) geboren wurde 1903 in Siedlinghausen starb.
Bild oben: KI-generiert (ChatGPT) nach den Angaben über die Negerkirche von Johann Suibert Seibertz.

