Bild: KI-generiert (ChatGPT) nach den Angaben über die Negerkirche von Johann Suibert Seibertz.

Mitte des 19. Jahrhunderts waren auch die Grundmauern der umliegenden, längst wüst gefallenen Ortschaften noch zu erkennen, die einst zum Kirchspiel gehörten: Renninghausen, Remlinghausen, Rollinghausen und Welfferinghausen. In den 1980er‑Jahren wurden Negere – oder Negerkercken, wie der Ort später genannt wurde – sowie die umliegenden Siedlungsplätze erneut von Wissenschaftlern des LWL untersucht, was zu weiteren Erkenntnissen führte:

Möglicherweise reicht die Geschichte des Ortes sogar bis in das 10. Jahrhundert zurück. Eine Quelle des Klosters Corvey aus den Jahren 966/967 erwähnt einen Ort namens „Nagiri“. Ob damit tatsächlich Negere gemeint ist, lässt sich nicht endgültig klären, doch die Nähe zu anderen Corveyer Besitzungen macht diese Deutung plausibel. Später verliert sich die Spur; im Hoch- und Spätmittelalter tritt Corvey in der Region nicht mehr in Erscheinung.

Um 1300 bestand in Negere noch eine Pfarrkirche, die dem Dekanat Wormbach zugeordnet war. Im Liber Valoris erscheint sie als die ärmste Kirche des gesamten Dekanats – ein deutlicher Hinweis auf die schwierigen Lebensbedingungen im Hochtal. Die Region war zu dieser Zeit bereits von einem spürbaren Bevölkerungsrückgang betroffen. Eine Urkunde von 1301 berichtet, dass Graf Otto von Waldeck versuchte, neue Siedler anzulocken, um das entvölkerte Tal wiederzubeleben. Falls seine Bemühungen Erfolg gehabt haben – was nicht bekannt – dann nur für eine kurze Zeit, denn….

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