… im Laufe des 14. Jahrhunderts begann Negere zu verschwinden. Zwar wird der Ort weiterhin in Urkunden erwähnt, doch meist nur noch im Zusammenhang mit Besitz- und Lehensrechten. Die Siedlung selbst dürfte zu dieser Zeit bereits weitgehend aufgegeben gewesen sein. Die Kirchenruine lag etwas oberhalb der Schafsbrücke, beidseits der alten Landstraße, innerhalb einer rund fünfzig Meter großen, von Wall und Graben umgebenen Anlage mit mehreren Toröffnungen. Nördlich davon befand sich die eigentliche Siedlung. Archäologische Untersuchungen und Phosphatkartierungen der 1980er‑Jahre konnten dort erhöhte Konzentrationen organischer Rückstände nachweisen, die auf eine längere Besiedlung hindeuten. Keramikfunde belegen zudem, dass Negere bereits um das Jahr 900 bestanden haben muss und damit zu den ältesten nachweisbaren Ansiedlungen des Hochsauerlandes gehört.

Standort der Negerkirche (in der Nähe des Jagdschlosses Siedlinghausen)

Foto: Martin Lindner, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Quellen:
Blätter zur näheren Kunde Westfalens, Band 4/1866, ab Seite 97
Die Wüstungen des Hoch- und Ostsauerlandes (BAW. Bd. 53)

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