Text: Christel Zidi
Beitrag zum Thema „Epochen“

Die Grafen von Arnsberg gehörten zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern des mittelalterlichen Westfalens. Ihre Geschichte beginnt im 11. Jahrhundert, als sich die Grafen von Werl auf die neu errichtete Rüdenburg zurückzogen. Um 1060 ließ Graf Bernhard II. von Werl diese „Alte Burg“ auf einem Berg oberhalb der Ruhr errichten. Nach diesem neuen Herrschaftssitz nannten sich seine Nachkommen später „Grafen von Arnsberg“.

Rund vierzig Jahre später ließ Graf Friedrich der Streitbare auf dem gegenüberliegenden Schlossberg eine neue Burg errichten. Sie wurde zum dauerhaften Herrschaftssitz der Grafen und ist die Anlage, deren Ruine bis heute das Stadtbild prägt. Im Schutz dieser Burg entstand die erste Siedlung, aus der sich die Stadt Arnsberg entwickelte.

Die Grafschaft Arnsberg umfasste große Teile des heutigen Sauerlandes. Die Grafen förderten den Landesausbau, gründeten Siedlungen und sicherten wichtige Handelswege. 1238 erhielt Arnsberg die Stadtrechte und entwickelte sich zu einem politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region.

Zu den prägenden Herrschern zählt Friedrich der Streitbare (1092–1124). Er geriet in zahlreiche Konflikte mit den Erzbischöfen von Köln und anderen Fürsten. Trotz militärischer Rückschläge stärkte er die Grafschaft und baute die Burg Arnsberg weiter aus.

Der letzte Graf, Gottfried IV., hatte keine Nachkommen. 1368 verkaufte bzw. übertrug er die Grafschaft an das Erzstift Köln. Damit endete die rund 300-jährige Herrschaft der Grafen von Arnsberg. Die Stadt wurde anschließend Hauptstadt des kurkölnischen Herzogtums Westfalen und gewann weiter an Bedeutung.

Bis heute erinnern die Schlossruine, das Stadtwappen mit dem Arnsberger Adler, einige Straßennamen und zahlreiche historische Bauwerke an die Zeit der Grafen. Sie legten den Grundstein für die Entwicklung Arnsbergs und prägten seine Geschichte nachhaltig.

Bild oben: KI-generiert by Chat GPT

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