Sagenhintergründe und die Wülfter Wüstungen
Die Wüstung Kneblinghausen lag im Bereich des Wenster nordwestlich bzw. westlich von Wülfte. In mittelalterlichen Urkunden erscheint sie als Knyvelinchusen oder in ähnlichen Schreibweisen. Sie war vermutlich zunächst ein größerer Hof oder eine kleine Siedlung.
Die umfassende Monographie „Die Wüstungen des Hoch- und Ostsauerlandes“ führt die Wüstung auf, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass ihre Existenz lange diskutiert wurde und die Erkenntnisse fast ausschließlich auf historischen Quellen beruhen. Nach diesen gehörte Kneblinghausen wohl zum Herrschaftsbereich der Grafen von Arnsberg. Als Lehnsträger werden die Herren von Rhena genannt. Später wurde das Gut von der Stadt Brilon weiter verlehnt – sogar noch, als die Hofstelle bereits wüst gefallen war. Wahrscheinlich verschwand die Siedlung spätestens im 15. oder 16. Jahrhundert. Anders als die gleichnamige Wüstung Kneblinghausen bei Rüthen gab es hier nie größere archäologische Ausgrabungen.
Wenster war ein kleiner Weiler mit einem bedeutenden Lehnshof, der ursprünglich den Edelherren von Büren gehörte. 1390 wird das „Lengut und Lehen zu Wynster“ erstmals erwähnt, 1422 erfolgte die Belehnung an die Familie von Meschede. Im Spätmittelalter wurde das Dorf aufgegeben.
Ein alter Römerweg?
Nach den Überlegungen des Soester Altstraßenforschers Horst Braukmann könnte der über Wülfte verlaufende Rhein-Weser-Höhenweg bereits in römischer Zeit als Transportweg für Blei aus dem Briloner Bergbaurevier gedient haben. Archäologisch bewiesen ist diese Nutzung bislang jedoch nicht; sie stellt eine begründete Hypothese dar.
[1] Karmelott: brauner, oft graubrauner Wollstoff, der im 18. und frühen 19. Jahrhundert für Alltagskleidung verwendet wurde. Der Begriff kommt von den Karmeliten, deren Ordenskleidung traditionell braun war
[2] Spenzer: kurzes, tailliertes Oberteil für Frauen, meist aus Wolle oder Leinen, das im 18. und frühen 19. Jahrhundert weit verbreitet war.
[3] Stauchen: ein fingerloser, bis zur Mitte der Hand reichender Woll- oder Stoffstulpen.
Quellen:
Balthasar Hubert Maria Hüser: Beiträge zur Volkskunde. II. Teil. Warburg: F. Quick, 1898. Digitalisat: Deutsche Digitale Bibliothek.
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