Was heute selbstverständlich erscheint, war im Mittelalter purer Luxus. Die meisten Menschen lebten in ungeheizten Räumen und versammelten sich in der kalten Jahreszeit oft nur um eine einzige Feuerstelle. Technisch ausgefeilte Warmluftheizungen kannte man damals vor allem aus Königspfalzen und den Residenzen des Hochadels. Dass eine derart moderne Anlage bereits im 12. Jahrhundert in einem westfälischen Kloster betrieben wurde, galt bislang als nahezu ausgeschlossen.

Vermutlich beheizte die Anlage ein sogenanntes Kalefaktorium – eine Wärmestube, in der sich die Mönche aufwärmten, schrieben oder sogar badeten.. Die starken Rußablagerungen zeigen, dass die Heizung über viele Jahrzehnte genutzt wurde, wahrscheinlich bis zur Zerstörung des Klosters um das Jahr 1210.

So oder ähnlich könnte es in der Wärmestube ausgesehen haben.
Bild KI-generiert by ChatGPT.

Dieser Fund zeigt nicht nur, wie fortschrittlich die Mönche von Wedinghausen waren, sondern verändert auch das Bild von der technischen Entwicklung des Mittelalters. Viele Innovationen, die bisher erst deutlich später datiert wurden, könnten in Wirklichkeit schon viel früher entstanden sein.

Um die außergewöhnliche Heizungsanlage dauerhaft zu dokumentieren, wurde sie mit modernster 3D-Technik vermessen. So lässt sich die mittelalterliche Konstruktion heute digital rekonstruieren und virtuell wieder zum Leben erwecken.

Quelle:
https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/archaeologen-entdecken-aelteste-warmluftheizung-westfalens-3733

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