Die Geschichte des Bierbrauers Friedrich Kenter

Vom Schultenhof kam das Reister Bier

Der Felsenkeller

Das Brauen hatte allerdings ein Problem, das vor der Erfindung moderner Kühlanlagen jede Brauerei lösen musste: Das Bier musste möglichst kühl gelagert werden.

In Reiste nutzte man dafür einen eigens in den Felsen getriebenen Keller, in dem auch während der Sommermonate niedrige Temperaturen herrschten. Wann dieser Felsenkeller angelegt wurde, ist allerdings nicht eindeutig überliefert. Nach Angaben der Familie Kenter ließ Adam Kenter ihn bereits 1853 zur Kühlung des in Reiste gebrauten Bieres anlegen. Die Überlieferung des SGV Reiste bringt den Bau des Kellers dagegen mit der 1857 von Friedrich Kenter eingerichteten Brauerei in Verbindung.

Sollte die Jahreszahl 1853 zutreffen, wurde auf dem Kenter-Schulte-Hof möglicherweise schon einige Jahre vor dem bislang angenommenen Braubeginn von 1857 Bier hergestellt. Belegen lässt sich das bislang jedoch nicht.

Der Felsenkeller existiert noch heute und erinnert an die Zeit, als in Reiste Bier gebraut wurde. Der Brauerei selbst war dagegen nur eine kurze Geschichte beschieden. 1875 geriet die Malzdarre[2] in Brand. Danach wurde auf dem Kenter-Schulte-Hof kein Bier mehr gebraut.

Der Reister Gastwirt Hubert Kenter /mit Lederschürze) vor dem „Felsenkeller“
(Foto: Familie Kenter)

Aus Kenter-Schulte wird Kenter-Frisse

Während auf dem Schultenhof noch Bier gebraut wurde, hatte sich auch in Friedrichs persönlichem Leben einiges verändert.

1863 war für ihn ein Jahr großer Veränderungen. Im selben Jahr, in dem seine Eltern starben, heiratete er die knapp zwanzigjährige Elisabeth Honselmann. Sein Schwiegervater Friedrich Honselmann, genannt Friße, hatte 1843 in Reiste ein neues Wohn- und Gasthaus errichtet.

Bei seiner Heirat wurde Friedrich im Kirchenbuch noch als „Friedrich Kenter gen. Schulte“ bezeichnet. Später wechselte der Hausname: Als Friedrich 1914 starb, wurde er im Sterbebuch als „Fritz Kenter gen. Frisse“ eingetragen. Die beiden Kirchenbucheinträge machen damit Friedrichs Wechsel vom Schultenhof zum Haus Frisse sichtbar.

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