Ein Allzweckwerkzeug und eine Teufelskralle
Das Messer war ein Allzweckwerkzeug, das man am Gürtel trug – zum Schneiden, Arbeiten und Essen. Die Gabel blieb bis ins 19. Jahrhundert in bäuerlichen Haushalten selten; kirchliche Vorbehalte gegen die „Teufelskralle“ hielten sich lange.
Trenchen und gemeinsames Essen

Auf dem bäuerlichen Tisch stand meist eine große Holz- oder Tonschüssel, aus der alle mit ihrem eigenen Löffel aßen. Als Unterlage dienten flache Brotfladen oder dicke, hart gewordene Brotscheiben – die sogenannten „Trenzschen“. Sie ersetzten Teller und wurden von ärmeren Familien mitgegessen. In wohlhabenderen Haushalten dienten sie als Futter für Hunde oder als Almosen für Bedürftige.
Nach dem Essen wischte man sich die Finger an der Kleidung oder an einem Tuch ab – Servietten waren unbekannt.
Ein Spruch aus dem 17. Jahrhundert bringt die bäuerliche Pragmatik auf den Punkt:
„Mit der Gabel ist’s ’ne Ehr, mit dem Löffel kriegt man mehr!“
Quellen:
https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/essen
https://www.battlemerchant.com/blog/mittelalterliches-besteck-von-holzloeffel-bis-prunkgabel
Alma Helfrich-Dörner: Messer Löffel Gabel seit wann? Hans P. Eppinger-Verlag, Schwäbisch Hall 1959.
Hasso Spode: Von der Hand zur Gabel. In: Alexander Schuller, Jutta A. Kleber (Hrsg.): Verschlemmte Welt. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1994,
https://www.aphorismen.de/zitat/48868

