Heimtiere
Hunde gelten als die ersten domestizierten Haustiere. Ihre Domestikation begann vor 15.000 bis 30.000 Jahren. Im Sauerland des 19. Jahrhunderts dienten sie als Jagdgehilfen und als Bewacher von Herden und Höfen.
Die Vorstellung vom Hund als Gefährten oder gar Familienmitglied entwickelte sich erst im 18. Jahrhundert – und war zunächst dem Adel vorbehalten.
Katzen wurden vermutlich vor rund 10.000 Jahren domestiziert. Sie sicherten zunächst die Vorräte, indem sie Nagetiere in Getreidespeichern jagten. Erst im 19. Jahrhundert begann ihre Entwicklung zum Haustier im heutigen Sinne.
Ein ganz besonderer Esel in Brilon 2
Am Beispiel der Stadt Brilon lässt sich die enge Verbindung zwischen Mensch und Tier im Sauerland des 19. Jahrhunderts besonders anschaulich zeigen:

1837 wurden in Brilon 223 Esel gezählt, 1864 nur noch 55, und gegen Ende des Jahrhunderts existierten nur noch vereinzelte Tiere. Esel waren für Brilon ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Sie transportierten Lasten auf den engen Waldpfaden und wurden in der Landwirtschaft eingesetzt.
Bild links: KI-generiert by Microsoft Copilot
Die Erinnerung an ihre besondere Bedeutung hat sich im seit 1388 belegten Schnadezug erhalten. Seit dem 19. Jahrhundert wurde dort ein Esel namens „Huberta“ mitgeführt – benannt nach der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft von 1417. In der regionalen Überlieferung trägt dieser Esel den Beinamen „Briloner Nachtigall“.
Die Begründung ist typisch sauerländisch: Da die echte Nachtigall das raue Briloner Klima meidet, müssen sich die Bürger allabendlich mit dem weniger melodischen Eselsgeschrei begnügen.
So wird aus einer Not eine Tugend – ein Muster, das man dem ganzen Sauerland zuschreiben könnte.

