Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Wer durch den kleinen Ort Hengsbeck bei Eslohe fährt, entdeckt direkt an der Straße eine schlichte, weiß verputzte Kapelle mit kleinem Dachreiter. Seit 1647 ist sie der Hl. Margaretha von Antiochien geweiht – einer Heiligen, die im Sauerland früher oft angerufen wurde, besonders von Frauen.
Hengsbeck, heute rund 70 Einwohner, war schon im Mittelalter ein Fronhof des Stifts Meschede. Der Ortsname wird meist mit „Hengst“ und „Bach“ erklärt, doch wahrscheinlich geht er auf einen „Hang“ zurück – was zur Lage des Dorfes gut passt.
Die Kapelle selbst ist ein einfacher Saalbau mit historischer Balkendecke. Besonders bemerkenswert ist ein seltenes Wandmalereifragment aus dem 14./15. Jahrhundert, das einen Hahn zeigt. Dazu kommen Holzbänke und ein kleines Säulenretabel aus dem 17. Jahrhundert – alles Zeugnisse einer langen, stillen Dorfgeschichte.
Die Verehrung der Hl. Margaretha von Antiochien
Margaretha von Antiochien geb. um 305 n. Chr. G. war eine Jungfrau und Märtyrerin im 3.bis 4. Jahrhundert, deren Verehrung im Mittelalter weit verbreitet war.
Die Überlieferung bietet gleich mehrere Legenden über ihr Schicksal und ihren Lebenslauf. Die bekannteste Legende erzählt, dass sie einem Drachen gegenüberstand, der sie verschlingen wollte. Mit dem Kreuzzeichen soll sie sich gerettet haben – ein Bild, das viele Menschen damals beeindruckte und Trost spendete.
Jeanne d’Arc nennt sie eine der Stimmen, die sie leiteten. Sie zählt zu den 14 Nothelfern und zu den „Virgines capitales“, den vorzüglichen Jungfrauen, deren Verehrung im 16. Und 17. Jahrhundert weit verbreitet war.
Vielleicht zeigt die Kapelle in Hengsbeck auch, wie wichtig es der Landbevölkerung war, eine weibliche Fürsprecherin zu haben – eine Heilige, der man Sorgen und Nöte anvertrauen konnte, die man im Alltag nicht laut aussprach.
Foto oben: Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe
Quellen:
Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, NRW II Westfalen, 2011
Pastoralverbund Schmallenberg‑Eslohe
BBKL, Artikel „Margareta“
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