Geweiht und benannt wurde die Kirche nach dem hl. Antonius von Padua – nicht zu verwechseln mit dem ägyptischen hl. Antonius, der als Einsiedler und Begründer des christlichen Mönchtums im 3. bis 4. Jahrhundert in Ägypten lebte.

Der Franziskaner Antonius von Padua wirkte von 1195 bis 1231 vorwiegend in Portugal, Frankreich und Italien. Er war ein begnadeter Prediger und einer der bedeutendsten Theologen seiner Zeit. Sein Zuständigkeitsbereich als Volksheiliger ist außerordentlich umfangreich: vom Wiederfinden verlorener Gegenstände über Hilfe für Arme, Reisende, Bäcker und Bergleute in Notsituationen bis hin zu Anliegen wie Fieber, Pest, Viehkrankheiten, Schiffbruch und vielem mehr.

Im Mittelalter hatte der Antoniterorden, der sich auf den ägyptischen Antonius beruft, das Recht, Schweine frei herumlaufen zu lassen. Diese wurden von der Bevölkerung gefüttert und kamen dem Orden finanziell zugute. Mit der Zeit wurde das Schwein zum Symbol des Heiligen. Der hl. Antonius wurde zum Schutzpatron der Tiere, insbesondere der Schweine. So auch in Arpe, was ihm im Sauerland den Namen „Fickeltünnes“ einbrachte (auch „Swinetünnes“, „Ferkes Tünn“, in anderen Regionen „Sautoni“ oder „Swine-Tüns“).

„Fickel“ bedeutet auf Hochdeutsch Ferkel, „Tünnes“ ist eine mundartliche Kurzform von Antonius. Das verstand – oder inzwischen eher: verstand früher – jeder Sauerländer. Eine bedeutende Gestalt der Kirchengeschichte wird so auf liebenswürdige Weise in die eigene Alltagswelt integriert.

Vor der Filialkirche St. Antonius in Arpe steht eine kleine Bronzegruppe des Bildhauers Bonifatius Stirnberg (1933 –2025), die er dem Dorf Arpe als Dankeschön widmete, in dem er viele Jahre gelebt hat.

Gibt es eine schönere Bestätigung für die enge Alltagsverbindung einer Dorfgemeinschaft mit ihren gemeinsamen Wertevorstellungen als diese Skulptur?

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