Die erste Lehrerbildungsanstalt im Sauerland
Friedrich Adolph Sauer war im Auftrag des Kurfürsten Maximilian Franz nach Rüthen entsandt worden, um eine Lehrerbildungsanstalt aufzubauen, eine sogenannte „Normalschule“. Ursprünglich sollte diese in Arnsberg entstehen, doch dort fand man kein geeignetes Gebäude.

So entstand 1795 also in Rüthen,  im ehemaligen Ursulinenkloster, dem heutigen Gebäude der Volksbank, die erste Normalschule des Sauerlandes. Eine Normalschule (auch Musterschule) sollte zeigen, wie guter Unterricht nach bestimmten Standards funktioniert. Der Begriff leitet sich von „Norm“ im Sinn von „Vorbild“ oder „Muster“ ab.

Seit 1996 befindet sich im denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Präparandie des früheren Lehrerseminars das Stadtarchiv Rüthen.
Foto. Ath, CC0, via Wikimedia Commons

Bis dahin hatten viele Lehrer ihr Wissen vor allem von ihren Vorgängern übernommen. Häufig waren sie zugleich Schneider, Dorfmusikanten oder übten den Lehrerberuf nur nebenbei aus. Der Unterricht bestand oft aus reinem Auswendiglernen und wurde nicht selten mit dem Rohrstock durchgesetzt.
Sauer hingegen verfolgte einen modernen pädagogischen Ansatz. Er setzte auf den natürlichen Wissensdrang des Menschen und auf ein verständnisorientiertes Lernen.

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