Schornsteine beenden die Rauchhaus-Ära
In den Städten wurde das Errichten offener, schornsteinloser Feuerstätten bereits im 17. und 18. Jahrhundert verboten. Ab 1816 verstärkte die preußische Verwaltung die Schornsteinpflicht. Im 19. Jahrhundert wurde sie schließlich auch auf die ländlichen Dörfer übertragen. Der Schornsteinfeger kontrollierte die Einhaltung dieser regionalen und provinziellen Brandschutzverordnungen.
Erst 1930 fasste man die vielen Einzelregelungen in modernen Bauordnungen zu einem einheitlichen Standard zusammen.
Die Rauchhäuser hielten sich gleichwohl noch eine lange Zeit im Sauerland. Das lag weniger an einem offenen Widerstand gegen die Schornsteinpflicht, als vielmehr daran, dass sich eine über Jahrhunderte bewährte Bauweise nicht so einfach ändern ließ. Schließlich siegte die Vernunft: Schornsteine dienten dem dringend erforderlichen Brandschutz.
Leider bedeuteten sie aber auch den Verzicht auf unter dem Dach geräucherte Wurst und Schinken.
Quellen:
Stertschultenhof (Cobbenrode)
Maria Roerig: Haus und Wohnen in einem sauerländischen Dorfe
Josef Schepers: Haus und Hof westfälischer Bauern

