Das Osterkläppern
Von Gründonnerstagabend bis zur Osternacht schweigen im katholischen Raum seit dem 7. bis 8. Jahrhundert die Glocken – als Zeichen der Trauer über das Sterben Jesu Christi. Das dreimal tägliche Angelusläuten (morgens, mittags, abends) war früher das Signal, die Arbeit zu unterbrechen und das Angelusgebet zu sprechen. Da Uhren erst im 19. Jahrhundert allgemein verbreitet waren, dienten die Kirchenglocken bis dahin als wichtigste zeitliche Orientierung.
Fielen sie aus, mussten andere Signale die Gebetszeiten anzeigen: An Karfreitag und Karsamstag übernahmen Kinder diese Aufgabe mit hölzernen Klappern, Ratschen und anderen Lärminstrumenten. Sie zogen durch die Straßen und erinnerten die Dorfbewohner an Gottesdienste und Gebetsstunden. Zum Abschluss gingen sie von Haus zu Haus, um Eier und Spenden zu sammeln.
In Brunskappel gibt es am Karsamstag eine Besonderheit: Neben den Kindern ziehen auch Männer, die das Osterfeuer vorbereiten, von Haus zu Haus und singen ein altes Ständchen: „Eger, Eger, Strau, Strau, Geld“ – dessen Herkunft ungeklärt ist, dessen Bedeutung jedoch eindeutig: Eier, Stroh für das Osterfeuer oder Geld wurden gesammelt.
Das Kläppern ist ein uralter Brauch, der in Brunskappel bis heute die soziale Bindung und das Gemeinschaftsgefühl des Dorfes stärkt.
Quellen:
https://brunskappel.de/klaeppern-eiersammeln-und-dorftrubel-so-laeufts-an-den-kartagen-in-brunskappel/
https://grevenbrueck.de/blog/2022/04/16/klapstern-alte-tradition-lebt-wieder-auf/

