Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

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Kotten‑Olpe ist kein eigenständiger Ort, sondern ein südöstlicher Stadtteil von Meschede – nicht zu verwechseln mit der größeren Kreisstadt Olpe im südlichen Sauerland.

Der Name Olpe leitet sich vom niederdeutschen Wort „Ohl“ (feuchtes Gelände) und dem Suffix ‑pe / ‑apa / ‑epe (Wasser) ab. Gemeint ist also ein feuchter oder sumpfiger Ort am Wasser.

Die Bezeichnung Kotten‑Olpe (auch Kötten‑Olpe) gilt heute als Spitzname, dessen Ursprung sich nicht mehr eindeutig klären lässt.

Frühe Erwähnungen und Besitzverhältnisse

Olpe wird 1348 im Bestandsregister des Grafen Gottfried von Arnsberg erstmals urkundlich erwähnt. Eine genaue Datierung der ersten Ansiedlung ist nicht belegbar, doch spricht vieles für eine frühere Besiedlung, wie sie in der umliegenden Region nachgewiesen ist.

Um 1400 verzeichnet das Stift Meschede im Güterverzeichnis Abgaben aus den Olper Höfen.

1408 wird ein adliges Haus Olpe erwähnt, das später als Rittergut unter wechselnden Besitzern fortbestand.

Der letzte adlige Eigentümer, Joann Albert von Loen, verkaufte das Rittergut 1671 an den Kölner Kurfürsten und Erzbischof. Die Ländereien wurden verpachtet oder von Verwaltern bewirtschaftet; die Gebäude verfielen.

1789 war das Gutshaus bereits verschwunden.

Mit der Säkularisation von 1803 ging das Kircheneigentum in staatliche Hand über. Die hessische Regierung parzellierte die Domäne und verkaufte die einzelnen Parzellen später gegen Erbpacht.

Leben in KottenOlpe

Kotten‑Olpe war von Beginn an landwirtschaftlich geprägt. Die Bewohner – damals „Ackerer“ oder „Ackersmänner“ genannt – lebten von Feldbau und Viehzucht.

Ihre Gespanne nutzten sie als Fuhrleute für Bau‑ und Brennholz, stellten Holzkohle für Eisenhütten her und siedeten Pottasche.

Viele betrieben mehrere Berufe gleichzeitig: Waldwärter, Leineweber,

Schuhmacher, Stellmacher, Schmied, Zimmerer, Schreiner, Nachtwächter,Tagelöhner.

Zur Selbstversorgung gehörten ein kleiner Garten und meist eine Ziege, ein Schwein oder eine Kuh.

Das Leben war hart und mühsam; Männer, Frauen und Kinder mussten enorme körperliche Belastungen ertragen, um ihre Existenz zu sichern.

Wulfs Kotten – Herberge der Gestrandeten

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1811 teilte die hessische Verwaltung das alte Rittergut auf, um Neubürger anzusiedeln. Handwerker, Waldarbeiter und Tagelöhner konnten sich einkaufen und eigene kleine Kotten errichten. Viele scheiterten und zogen weiter – Kotten‑Olpe war von ständiger Fluktuation geprägt.

In diesem Zusammenhang gewann eine Gaststätte und Herberge überregionale Bedeutung: Wulfs Kotten.

Hier fanden auch Vagabunden, Bettler und andere mittellose Menschen Unterkunft. Die Besitzer wechselten häufig, doch der Name blieb – jeder neue Wirt übernahm ihn, wie es im Sauerland üblich war.

Quellen

Elmar Kersting: Dorfgeschichte Olpe. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Meschede‑Olpe 2015.

Stadtarchiv Meschede

Kleinolpe.de – Ortsgeschichte

Text: Sabina Butz

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