Johann Wilhelm Arndts bewirkte jedoch noch weit mehr für die Beschleunigung der Kommunikation im 18. Jahrhundert im Sauerland, insbesondere in Arnsberg: Auf sein Betreiben erschien 1766 die erste regelmäßig erscheinende Zeitung im Herzogtum Westfalen – das Arnsberger Intelligenzblatt. Zum Verständnis der Bezeichnung „Intelligenz“ muss man wissen, dass dieser Begriff damals im Sinne von „Information“ verwendet wurde; eine intellektuelle Wertung war damit nicht verbunden. In den Intelligenzblättern wurden amtliche Nachrichten für Behörden und Beamte veröffentlicht, die durch nichtamtliche Mitteilungen ergänzt werden konnten.
In der offiziellen Genehmigung für das Arnsberger Intelligenzblatt heißt es:
„Damit auch der gemeine Mann von den Begebenheiten im Lande inne werden möge…“
Die Behörden hatten für jeden Pfarrort ein Exemplar zu abonnieren. Vor Ort sollte „jedermann solches auf den Sonn- und Feiertagen einsehen können“ (zitiert nach Wikipedia).
Das Arnsberger Intelligenzblatt erschien zweimal wöchentlich, zunächst ausschließlich mit amtlichen Bekanntmachungen und Anzeigen; später kamen politische und lokale Nachrichten hinzu.
Zurück zu Johann Wilhelm Arndts: Er hat weder das Postwesen noch das Zeitungswesen erfunden, doch er trug maßgeblich dazu bei, diese wichtigen Kommunikationsmittel in Arnsberg zu etablieren. Dafür gebührt ihm ohne Zweifel unsere Anerkennung.
Zusatzinformation
Dank für diese ERgänzung an
1709 brannte das Haus der Familie Arndts am
Alten Markt 11 (damals Alter Markt 26)
bei einem großen Brand in der Arnsberger Altstadt ab.
1710 zogen die Arndts dann in das neu errichtete Haus
wieder ein. Das war auch in einem Balken vermerkt,
der später leider vernichtet wurde.
Von 1742 bis 1819 diente das Haus als Posthalterei.
1813 übernachtete Jerome Bonaparte, der König von Westfalen
(„König Lustig“, Bruder Napoleons) in diesem Haus.
Henning FettE,
langjähriger Stadtführer in Arnsberg
Foto SmialSmial at de.wikipedia, CC BY-SA 2.0 DE via Wikimedia Commons

