Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Gut Glindfeld
Glindfeld, ursprünglich eine kleine Ansiedlung, gehört heute als Stadtteil zur Hansestadt Medebach. Der Ort wird im 12. Jahrhundert erstmals in einer Stiftungsurkunde erwähnt (als Glintfelden). Der Name lässt sich auf althochdeutsche bzw. niederdeutsche Wurzeln zurückführen und bedeutet „eingezäuntes Feld“, also ein geschützter, kultivierter Bereich.
Seit 1298 lebten Augustinerinnen aus Küstelberg in dem Kloster. Ende des 15. Jahrhunderts ging das Kloster an das Kreuzherren-Stift über. Unter den Kreuzherren erlebte es sowohl wirtschaftlich als auch kulturell eine Blütezeit.
Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1804 aufgelöst, die Kirche abgerissen und das Gut verkauft. Heute befindet sich Gut Glindfeld in Privatbesitz und wird als Forstbetrieb sowie für Veranstaltungen genutzt.
Das Kloster Glindfeld

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Das Kloster wurde 1177 in Küstelberg gegründet und 1298 nach Glindfeld verlegt, vermutlich wegen günstigerer wirtschaftlicher Bedingungen. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nur bedingt: Das Kloster galt lange als arm und lebte von Spenden, Schafzucht sowie der Bewirtschaftung von Teichen und Mühlen.
Da die wirtschaftliche Lage sich weiter verschlechterte, übertrug Erzbischof Hermann von Köln das Kloster 1499 dem Orden der Kreuzherren. Die Nonnen und der Propst erhielten eine Leibrente.
Die Kreuzherren – ein Orden von Mönchen, der sich besonders der Seelsorge, Bildung und häufig auch der Krankenpflege widmete – waren im Mittelalter wirtschaftlich sehr erfolgreich, vor allem in Landwirtschaft und Weinbau. In Glindfeld führten sie das Kloster zu neuer Blüte und hohem Ansehen.
Foto ganz oben: Luftbild (2013) / Teta, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

