Foto: Pyritkristall / Text: Christel Zidi
Gold wurde im Sauerland bereits seit dem frühen Mittelalter gesucht und gelegentlich gefunden – meist jedoch nur in kleinen Mengen. Wirtschaftlich bedeutsamer waren vielmehr der Abbau von Eisen-, Blei-, Zink- und Kupfererzen.
Dementsprechend finden sich im Hochsauerlandkreis keine Flur- oder Ortsnamen mit dem Bestandteil „Gold“. Nur der Goldstein, einer der Bruchhauser Steine, trägt das Gold im Namen. Diesen verdankt er den weiß- und goldgelb schimmernden Quarzadern, die das Gestein durchziehen. Früher glaubte man, dort sei tatsächlich Gold verborgen.
Sauerländer Goldgruben
Am Obermarsberg (ehemals Eresberg) erhielt König Konrad III. im Jahr 1150 das Recht, Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zinn zu gewinnen und einzuschmelzen. Bis ins 16. Jahrhundert wurden dort vor allem oberflächennahe Kupfererze in kleinen Tagebauen oder kurzen waagerechten Stollen abgebaut. Nach dem Erschöpfen dieser Vorkommen wurden einfache Schächte abgeteuft.
Urkundlich belegt ist Goldbergbau seit dem 17. Jahrhundert in Brilon-Beringhausen, Brilon-Rösenbeck, Marsberg-Bredelar und bei Madfeld. Im westlichen Sauerland fand Goldabbau ausschließlich in der Caspari-Zeche in Arnsberg-Uentrop statt. Auch in Eimelrod, in der Gemeinde Willingen, wurde im Mittelalter nach Gold gesucht.
Der Medebach-Goldhausen-Sattel
Hauptsächlich unter Geologen ist die Bezeichnung „Medebach-Goldhausen-Sattel“ bekannt. Dieser Sattel entstand vor etwa 320–300 Millionen Jahren, als das Rheinische Schiefergebirge durch die Kollision großer Erdplatten gefaltet wurde. Dabei bildeten sich zahlreiche Mulden und Sättel, darunter auch der Medebach-Goldhausen-Sattel.
Auf der östlichen Seite dieses Sattels konnten sich aufgrund der besonderen Gesteinsstruktur heiße, metallreiche Lösungen in Rissen und Spalten ablagern – hier ist das Gold bis heute vorhanden und wurde früher abgebaut. Auf der westlichen Seite, im Bereich des Rothaargebirges und der Medebacher Bucht, dominieren hingegen andere Gesteinstypen und eine abweichende tektonische Entwicklung.
Das rund zehn Kilometer von Medebach entfernte Korbach entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Goldlagerstätten Deutschlands. Bereits im 11. Jahrhundert wurde an den Hängen des 560 Meter hohen Eisenbergs Gold gewaschen. Spätestens im 14. Jahrhundert begann der untertägige Abbau, der im 15. und 16. Jahrhundert seine Blütezeit erreichte. Insgesamt wurden etwa 1,2 Tonnen Gold gefördert. Mit der Erschöpfung der Lagerstätte endete der Goldbergbau noch vor dem Dreißigjährigen Krieg. Die Bergarbeiter-Siedlung in Korbach wurde im 15. Jahrhundert dann Goldhausen genannt.
Das meiste Gold steckt im Pyrit des unterkarbonischen Alaunschiefers. Pyrit ist ein Mineral, das auch als „Katzengold“ bezeichnet wird. Wenn dieser Stein verwittert, löst sich das Gold und lagert sich entweder in Rissen des umliegenden Gesteins oder als kleine, frei bewegliche Flitter ab. Ursprünglich stammt das Gold aus dem Wasser des Unterkarbon-Meeres, das vor etwa 359 bis 323 Millionen Jahren existierte.
Die meisten Flüsse und Bäche im Sauerland führen in sehr geringen Konzentrationen sogenanntes Seifengold, das in Form winziger Goldflitter vorkommt. Diese Flitter haben im Durchschnitt 0,01–0,03 Milligramm.
Quellen:
https://www.gd.nrw.de/pdf/geologie-sauer-siegerland-rsg3.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Bergwerken_im_Hochsauerlandkreis
Foto: (W.carter, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

