Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Der kleine Ort Esshoff bei Antfeld zählt heute kaum mehr als 80 Einwohner. Seine Geschichte reicht jedoch mindestens bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die historischen Quellen nennen den Ort im Laufe der Jahrhunderte in unterschiedlichen Schreibweisen – von Essingtusen über Essenkusen, Essinghusen, Esinghausen und Eshoff bis zum heutigen Esshoff.

Die erste urkundliche Erwähnung

Als älteste bekannte Erwähnung Esshoffs gilt der 14. Juni 1442. In einer Urkunde erscheint der Ort als „Hof zu Essenkusen“ beziehungsweise „Essingtusen“. Frei übersetzt ist dort zu lesen, dass Johann Grunder und seine Frau Gertrud dem Priester Johannes Stenhoff ein Freigut in Altenbüren auf Lebenszeit zur Nutzung überlassen hatten. Johannes Stenhoff bestimmt nun, dass dieses Gut nach seinem Tod wieder an die Eheleute zurückfallen soll. Gleichzeitig erklärt er, dass eine ihm zugesicherte jährliche Kornabgabe von einem Malter[1] aus dem „Hof zu Essenkusen“ nach seinem Tod erlöschen soll.

Bemerkenswert an diesem Rechtsgeschäft sind auch die beteiligten Personen:  Johannes Ste(i)nhoff war der Gründer des Armenhauses in Brilon, Johann Grunder bekleidete das bedeutende Amt des geschworenen Richters des Kurfürsten von Köln zu Brilon und Heinrich Kerstian[2] war Freigraf der Gogreven. Die Beteiligung dieser hochrangigen Amtsträger spricht eher für einen wirtschaftlich bedeutenden Besitz als für einen unbedeutenden Einzelkotten.

Essinghausen und das Haus Antfeld

Von besonderer Bedeutung für die Geschichte Esshoffs ist die Verbindung zum adligen Haus Antfeld. In einer Aufstellung aus dem Jahre 1777 werden für „Essinghausen“ – gemeinsam mit Grimlinghausen – die dort tätigen Dienstpersonen aufgeführt. Genannt werden ein Braumeister, fünf Ackerdiener, zwei Schinder[3], zwei Hirten und vier Mägde, also insgesamt 14 Personen.

Diese Aufstellung lässt vermuten, dass es sich hierbei nicht um einen einzelnen kleinen Hof gehandelt haben dürfte, sondern um eine größere Wirtschafts- und Besitzgemeinschaft des Hauses Antfeld. Zugleich zeigt sie, dass der alte Ortsname „Esinghausen“, wie er dort geschrieben wird, noch im 18. Jahrhundert gebräuchlich war.

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