Abt Absalon Heuck aus Liesen kümmerte sich um den Wiederaufbau von Kloster Bredelar

Ein geliehener Ochse, eine Ziege und täglich zehn Maß Bier

Ein geliehener Ochse, eine Ziege und täglich zehn Maß Bier

Ein Kloster in Trümmern

So also übernahm Heuck am 10. Dezember 1640 das Amt des Abtes. Er übernahm damit eine Abtei, die durch den Dreißigjährigen Krieg schwer geschädigt war. Soldatenwaren durch das Land gezogen, hatten geplündert und sich einquartiert. Das Kloster galt als weitgehend ruiniert. Und die Lage verschärfte sich noch einmal. Zwischen 1644 und 1646 richteten hessische und schwedische Truppen weitere Schäden an.

Der Wiederaufbau

Nach dem Ende des Krieges begann unter Absalon Heuck der Wiederaufbau. Die Dächer von Kloster und Turm wurden neu mit Schiefer gedeckt, Fenster wieder verglast und die Kirche instand gesetzt. Gewölbe und Altäre wurden erneuert. Auch Hochaltar, Orgel und astronomische Uhr ließ Heuck wiederherstellen. Die abgebrannte Mühle wurde aufgebaut, ebenso der Besitz des Klosters in Korbach.

Wie schlecht es unmittelbar nach dem Krieg um Bredelar stand, zeigt ein bemerkenswertes Detail: Die Landwirtschaft musste zunächst mit einem geliehenen Ochsen und einer Ziege zur Milchgewinnung wieder in Gang gebracht werden.

Über den Umfang der Arbeiten geben auch erhaltene Abrechnungen für die Dacharbeiten Auskunft. Es mussten nicht nur Schiefersteine, Dachlatten, Steine, Blei und Nägel beschafft werden. Auch für die Verpflegung der Bauarbeiter hatte das Kloster zu sorgen. Allein für Fleisch wurden 17½ Reichstaler ausgegeben, dazu kamen Bier – „täglich zehn Maß“ –, elf „Herrenmicken“ (Weizenbrötchen) aus Weizen und andere Lebensmittel – allein für den Meister und seinen Gehilfen. Offenbar ließ man es sich auf der Baustelle nicht ganz schlecht gehen. Der Verfasser der Abrechnung verband die hohen Kosten mit einer deutlichen Mahnung: Künftig solle man besser darauf achten, dass das Kloster nicht wieder so lange „ungedeckt“ bleibe.

Die Aufbau-Maßnahmen hatten Erfolg. Man sprach schließlich sogar von einem „neuen Kloster“. Schon 1663 war Bredelar wirtschaftlich wieder so weit erstarkt, dass es selbst Geld verleihen konnte – unter anderem an Marsberg und Rüthen sowie an das Kloster Dalheim.

Foto links: Ehemalige Kirche des Klosters Bredelar bei Marsberg.

Auch zu Himmelpforten, wohin Heuck einst nach seinem Streit mit Abt Wolf gegangen war, blieb die Verbindung eng. Als Vaterabt unterstützte er später den Wiederaufbau des im Krieg schwer geschädigten Zisterzienserinnenklosters.

Bildung und Musik

Heuck beschränkte sich nicht auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Während seiner Amtszeit nahm er 21 neue Mönche in Bredelar auf und legte Wert auf deren Bildung. Im Kloster wurden wieder öffentliche philosophische und theologische Disputationen[3] abgehalten.

Eine besondere Leidenschaft des Abtes war die Musik. Sein Neffe Peter Mörichen, später selbst Prior in Bredelar, bezeichnete ihn als „Liebhaber der Musik“. Unter Heuck erhielt die Musik einen festen Platz im Klosterleben, besonders zur feierlichen Gestaltung der Gottesdienste. Die Organisten wurden in Paderborn, Büren und im Mutterkloster Hardehausen ausgebildet. Kantor Nivard Weren, Heucks Sekretär, leitete den Chor.

Die letzte Reise

Fast drei Jahrzehnte stand Absalon Heuck an der Spitze des Klosters Bredelar. Im Herbst 1669 hielt er sich erneut im Kloster Himmelpforten auf. Dort erkrankte er an einem heftigen Fieber und starb am 21. Oktober 1669.

Sein Leichnam wurde in einem Reisewagen von Himmelpforten nach Bredelar gebracht und dort in der Klosterkirche beigesetzt.

Der Mann, der 1598 in Liesen geboren worden war, hatte Bredelar in einer seiner schwersten Zeiten übernommen – und hinterließ eine wiederaufgebaute, wirtschaftlich gefestigte Abtei.

Quelle: „Absalon Heuck“ (GSN: 070-01163-001), in: Germania Sacra, https://personendatenbank.germania-sacra.de/index/gsn/070-01163-001 (Abgerufen: 21.08.2026).


[1] Der Name  Absalon stammt aus dem Althebräischen und ist eine Nebenform des biblischen Namens Absalom. Beide gehen auf die hebräische Wurzel אָב שָׁלוֹם (av shalom) zurück und bedeuten „mein Vater ist Frieden“ bzw. „Vater des Friedens“. Ein bedeutender Vertreter dieses Names war im 13. Jahrhundert der   Erzbischof von Lund (heute Schweden), Kirchen- und Klostergründer.

[2] Profess: Feierliches Ordensgelübde, mit dem sich ein Ordensangehöriger dauerhaft an seinen Orden und dessen Regeln bindet.

[3] Eine gelehrte, nach festen Regeln geführte Diskussion über eine wissenschaftliche oder theologische Frage.

Seiten: 1 2

HeBuZi ist ein rein ehrenamtliches Projekt.

Seit Dezember 2025 recherchieren wir in unserer Freizeit die Geschichte des Sauerlands und veröffentlichen unsere Beiträge kostenlos und ohne Werbung.

Damit wir Hosting, Literatur, Domains und den weiteren Ausbau der Website finanzieren können, freuen wir uns über jede freiwillige Unterstützung – ganz gleich in welcher Höhe.

Vielen Dank, dass Sie helfen, regionale Geschichte lebendig zu halten.

Und so geht´s →