Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Die Stesser Burg liegt nördlich von Calle und überragt die Ruhr um ca. 112 Meter. Sie bildet eine plateauartige Fläche von ca. 2,4 Hektar. Die ebenen Bereiche sind durch steile Hänge und geologisch bedingte Querriegel stark begrenzt. Die Burg selbst war ein befestigter Ort, den ringsum ein Ringwall absicherte und die etwa 100 x 60 Meter maß. Die Besiedlungsgeschichte ist heute bis in die späte Eisenzeit (Latènezeit – 450 vor bis Christi Geburt) nachgewiesen. Eine zweite Besiedlungs- und Nutzungsphase kann aufgrund von Keramikfunden in das 10-14. Jahrhundert nach Christi Geburt datiert werden.

Die Frühgeschichte können wir heute mit wissenschaftlichem Nachweis auf die späte Eisenzeit (Latènezeit, circa 3. Jahrhundert vor Christus) datieren: Im Jahr 2014 forschten die beiden regionalen Heimatforscher Dr. Reinhard Köhne und Wolfgang Poguntke im Auftrag der LWL- Archäologie für Westfalen intensiv und erfolgreich das Gelände um die Stesser Burg.. Zahlreiche Metallobjekte wurden dabei gefunden: Ausschlaggebend für die endgültige Datierung der Burganlage waren unter anderem  ein Armringfragment, und eine Münze, die eindeutig in der späten Eisenzeit zu datieren sind. Damit könnte die Stesser Burg eine der nördlichsten Wallanlagen sein, die noch in der Zeit existierte, aus der wir die ersten historischen Ereignisse für unseren Raum überliefert bekommen haben, wie z.B. die Züge des Ariovist oder die Auseinandersetzung Roms mit den Sugambrern.


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