Die St. Engelbert Kapelle in Medelon

Reliquienbüste des heiligen Engelbert von Köln aus dem Essener Domschatz
Bild links: Sir Gawain, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Im Jahr 1697 errichteten die Einwohner ihre erste eigene Kapelle und weihten sie dem Hl. Engelbert, Erzbischof von Köln (1216–1225). Engelbert wurde 1225 von westfälischen Adligen unter Führung des Grafen Friedrich von Isenberg überfallen und getötet – ein politisch motivierter Mord im Kontext der kölnischen Landesherrschaft in Westfalen. Bereits 1226 wurde er im Kölner Dom als Märtyrer verehrt, ohne jedoch formell heiliggesprochen zu werden. Seine Bedeutung liegt weniger in einer klassischen Schutzpatron-Funktion, sondern in seiner Rolle als Regionalheiliger der römisch-katholischen Bistümer Köln und Paderborn.
Die Wahl des Patroziniums durch die Medeloner dürfte ein bewusstes Zeichen ihrer historischen Zugehörigkeit zum Kölner Erzbistum gewesen sein.
Die kleine Kapelle des 17. Jahrhunderts wurde im Laufe der Zeit zu baufällig und zu klein. 1910/11 entstand ein neues Gotteshaus im neugotischen Stil, das erneut dem Hl. Engelbert geweiht wurde. Der Abriss der alten Kapelle erfolgte um 1930. Heute erinnert ein großes steinernes Kreuz an den Standort des historischen Bauwerks; eine Nachbildung der alten Kapelle befindet sich an der Orke beim Kinderspielplatz.
Quellen:
www.medelon.de/dorfchronik
https://www.sauerland.com/de/neusta-pois/kirche-in-medelon
https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte
https://www.deutsche-biographie.de/gnd11853033X.html#ndbcontent

