Dem Erzbischof Siegfried, der 1275 sein Amt antrat, war diese Festung ein Dorn im Auge. Im Januar 1278 befahl er seinen Truppen, die Burg zu zerstören. Um den Konflikt zu beenden, mussten Graf Gottfried III. und sein Sohn Ludwig am 21. Januar 1278 feierlich versprechen, dem Erzbischof künftig zu dienen und die Befestigung nicht wieder aufzubauen. Zwar entstanden später an einzelnen Stellen neue Gebäude oder Burghäuser, ein vollständiger Wiederaufbau der Burg unterblieb jedoch.
Mit der Befestigung von 1263 hatte Neheim zwar stadtähnlichen Charakter erhalten, doch die vollen städtischen Rechte wurden dem Ort erst im Jahr 1358 verliehen.
Heute ist von der mittelalterlichen Befestigung kaum noch etwas zu sehen. Die letzten sichtbaren Reste verschwanden nach dem Stadtbrand von 1807. Bei Bauarbeiten in der Burgstraße traten jedoch vereinzelt Fundamente der Stadtmauer zutage. Auch einige Gebäude bewahren noch kellerartige Räume mit deutlich erkennbarem Festungscharakter.

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Besonders lohnt sich ein genauer Blick auf die Gransau – genauer gesagt hinter die Fachwerkfassade an der Hofseite. Das dort sichtbare Blendfachwerk entstand erst nach 1945. Die LWL-Denkmalpflegerin Dr. Eva Dietrich konnte nachweisen, dass sich darunter originales Fachwerk aus dem Jahr 1650 sowie über 370 Jahre alte Balkenköpfe erhalten haben.
Eine dendrochronologische Untersuchung, also eine Baumringdatierung, ergab für einen Türstock im Keller ein Fälldatum um 1518. Deutlich schwieriger war die Altersbestimmung der Natursteinmauer im Hang hinter dem Haus. Möglicherweise handelt es sich hierbei tatsächlich um Reste der Neheimer Stadtmauer, die nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) nicht wieder aufgebaut und im 19. Jahrhundert nahezu vollständig abgetragen wurde.
Quelle: www.fest-in-neheim.de

